Gegenüber
Klimaschutzmanager Sascha Jacoby startet am Montag
Erstens hat er sich schnell der Feuerwehr in Wachenheim angeschlossen und außerdem auch die Gegend ausgiebig mit dem Mountainbike erkundet. Der engagierte Feuerwehrmann war schon bei Einsätzen der Wachenheimer Wehr dabei und konnte seine Ortskenntnisse unter Beweis stellen. In seiner Heimat war er Abteilungskommandant, was in Rheinland-Pfalz mit dem Wehrführer gleichzusetzen ist.
Aufgewachsen ist der 46-Jährige, der in Waibstadt bei Heidelberg geboren ist, in der Nähe von Mosbach im Neckar-Odenwald-Kreis in Baden-Württemberg. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Zunächst deutete in seinem beruflichen Werdegang nichts daraufhin, dass er sich einmal um die Belange des Klimaschutzes kümmern würde.
Architektur-Studium an Uni Kaiserslautern
Nach Abitur und Grundwehrdienst hat er ab 1995 Architektur an der Universität in Kaiserslautern studiert. Nachdem er zwei Jahre in Karlsruhe beschäftigt war und dort auch größere Wohnbauprojekte betreut hat, zog es ihn zurück in die Heimat, um in das elterliche Architekturbüro einzusteigen. Mit einer Weiterbildung zum Energieberater 2005 wurden die Weichen für seinen neuen Job in der VG Wachenheim gestellt. „Ich habe die Energieberatungs- und bauphysikalischen Inhalte, die schon Bestandteile meiner Diplomarbeit waren, vertieft“, berichtet Jacoby.
Danach habe er immer mehr Projekte betreut, die sich mit Energieeffizienz beschäftigten, und wurde vom Landkreis mit Energieberatungen beauftragt. Da seine Frau als IT-Projektmanagerin eine Stelle in Bellheim bekam, fiel der Entschluss, in die Pfalz zu ziehen. In Wachenheim hat die Familie im Oktober 2019 ein Häuschen bezogen. „Das Haus hat uns von allen Objekten am besten gefallen, und Wachenheim ist ein schöner Ort“.
Netzwerk aufbauen
Jacoby wurde aufgrund der immer größeren Komplexität im Baurecht und mangelnder Wertschätzung seitens der Bauherren zunehmend unzufriedener in seinem Beruf als Architekt – und wollte sich schließlich umorientieren. Als im September 2020 in Wachenheim die Stelle des Klimaschutzmanagers ausgeschrieben wurde, habe er sich beworben und sich nach der Zustimmung des VG-Rats sehr über die Jobzusage gefreut.
Jacoby kümmert sich unter anderem darum, dass Projekte entwickelt und umgesetzt werden, die mit dem Klimaschutzkonzept zu tun haben. Er sorgt dafür, dass dieses Konzept regelmäßig fortgeschrieben und überprüft wird, beantragt Fördergelder und ist für Aufbau und Pflege eines Netzwerks innerhalb und außerhalb der Verwaltung verantwortlich.
Mobilitätskonzepte entwickeln
Zunächst gehe es darum, Organisation und Struktur aufzubauen und innerhalb der Verwaltung eine Steuerungsgruppe einzurichten, die eine grobe Marschrichtung festlegen soll, „welche Projekte man in welcher Art angehen möchte“, berichtet Jacoby. Parallel dazu sollen aber auch schon die ersten Aktivitäten in Sachen Klimaschutz starten mit dem Ziel, Bürger zu informieren und zu motivieren. „Ich möchte Ansprechpartner sein und kann mir vorstellen, eine Bürgersprechstunde einzurichten“, sagt der Klimaschutzmanager, der auch das Energiemanagement von Liegenschaften der VG unter die Lupe nehmen möchte.
Ein weiteres Thema sei nachhaltige Beschaffungen beispielsweise im Fuhrpark der VG oder im Bereich von Arbeitsplätzen. Die Entwicklung von Mobilitätskonzepten sei ebenfalls ein spannender Aufgabenbereich. „Da ist eine Menge zu tun, Langeweile wird nicht aufkommen. Ich freue mich auf meine Arbeit und denke, dass ich eine Menge bewegen kann“, erklärt der Neu-Wachenheimer, der privat gerne mit seiner Familie in der Natur ist, um entweder zu Fuß bei ausgiebigen Wanderungen oder mit dem Fahrrad den Pfälzerwald zu erkunden.