Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Klaus Mühlbeier engagiert sich seit 52 Jahren intensiv fürs DRK

Träger des Verdienstkreuzes am Bande: Klaus Mühlbeier.
Träger des Verdienstkreuzes am Bande: Klaus Mühlbeier.

Vor einiger Zeit bekam Klaus Mühlbeier in Mainz das Verdienstkreuz am Bande verliehen. Das von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehene Verdienstkreuz ist die höchste Anerkennung der Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl. Liest man Mühlbeiers Vita, überkommt einen das Gefühl, dass das ehrenamtliche Engagement des 74-jährigen Dürkheimers für zwei Leben gereicht hätte – mindestens.

Die vielen Ehrenämter haben ihn offensichtlich jung gehalten. Man sieht und hört Klaus Mühlbeier sein Alter nicht an. Er sei kein begeisterter Schüler gewesen, erzählt der Dürkheimer. Er war wohl das, was man einen „Spätzünder“ nennt. 1964 schloss er eine Lehre als Maschinenschlosser bei der BASF ab, arbeitete danach in seinem Beruf, leistete 18 Monate Grundwehrdienst und besuchte ab 1973 die Meisterschule. In einer kurzen Meldung in der „Bad Dürkheimer Zeitung“ heißt es am 28. Februar 1976: „Unter 76 Teilnehmern hat Klaus Mühlbeier die Meisterprüfung als Industriemeister mit dem Prädikat ,sehr gut’ als Bester bestanden.“ 1973 wurde er Berufsausbilder für Industrie- und Anlagenmechaniker bei der BASF. Seine Auffassung von Engagement ließen ehrenamtliche Tätigkeiten im Berufsausbilderverband (BAV) folgen. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern des BAV Rheinland-Pfalz, war 34 Jahre lang Mitglied im Landesvorstand und 16 Jahre lang Landesschatzmeister. Bundesweit war Mühlbeier stellvertretender Delegierter des BAV Rheinland-Pfalz.

Parallel dazu war er Mitglied im Prüfungsausschuss „Betriebsschlosser“ bei der Industrie- und Handelskammer (IHK), dann dessen Vorsitzender, später auch Mitglied im Prüfungsausschuss für „Industriemeister Fachrichtung Metall“. Der Dürkheimer wurde sowohl mit der Silbernen als auch der Goldenen Ehrennadel der IHK für die Pfalz geehrt. Hinzu kam seine Mitwirkung – auch in leitender Funktion – in diversen Fachausschüssen. Ab dem Jahr 2000 war er bei der BASF als Teamleiter verantwortlich für 16 Ausbilder und 350 Auszubildende. In der Praxis bedeutete das, dass er jetzt Vorgesetzter seiner ehemaligen Ausbilder-Kollegen war.

40 Wochenenden im Jahr für das DRK

Mühlbeiers privates Engagement galt schon früh dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), dem er mit zwölf Jahren beigetreten war. Es würde den Rahmen sprengen, alles aufzuzählen, was er als Rotkreuzler auf diversen Ebenen bis in den Landesverband Rheinland-Pfalz alles gestemmt hat. Er war Kreis-, Bezirks- und Landesbereitschaftsführer, wurde mit dem Titel Ehrenkreisbereitschaftsführer ausgezeichnet, er ist Ehrenvorsitzender des DRK Bad Dürkheim. „Ich war von 52 Wochenenden im Jahr ungefähr 40 in Sachen DRK unterwegs“, beschreibt Mühlbeier sein außerordentliches Engagement. Derweil zog seine Frau Irmgard, mit der er seit 52 Jahren verheiratet ist, die drei Söhne des Paares groß und managte zu Hause alles. Irgendwann hatte sie das Alleinsein am Wochenende satt. Die Lösung: Sie kam zu den DRK-Treffen mit – und wurde selbst zur engagierten Rotkreuzlerin.

1984 war Klaus Mühlbeier zum Bezirksbereitschaftsführer des DRK-Bezirksverbandes Rheinhessen-Pfalz gewählt worden. Prägend in Erinnerung behalten hat er aus dieser Zeit das Flugtagunglück von 1988 in Ramstein. Die Familie kam vom Weinstraßentag heim, weil der Jüngste eine frische Windel brauchte, als der Anruf kam. Mit dem Unfallarzt Heiko Schneeganß fuhr Mühlbeier sofort los, war eine Stunde nach dem Unglück vor Ort und half Verletzte zu bergen. „Es hat nach verbranntem Fleisch gerochen und wenn ich den Geruch heute in die Nase bekomme, kommen sofort wieder die Bilder“, sagt der 74-Jährige. Beim Flugzeugabsturz in Maxdorf etwa ein Jahr später war er Einsatzleiter, genauso wie 1985 beim Brand des „Römer“ in Bad Dürkheim, bei dem zwei Tote zu beklagen waren. Klaus Mühlbeier war 13 Jahre lang Schulelternsprecher der Valentin-Ostertag-Schule, Gründungsmitglied des VOS-Förderkreises, sein Schatzmeister und 17 Jahre lang sein Vorsitzender.

Von privatem Unglück blieb die Familie Mühlbeier nicht verschont. Der mittlere Sohn starb in jungen Jahren an Krebs. Seit 2009 ist Klaus Mühlbeier im Ruhestand und das ist ihm nicht leicht gefallen, wie er gesteht. Sein Chef habe ihm einen netten Brief geschrieben und ans Herz gelegt, immer daran zu denken, dass zu Hause die Frau der Chef sei. Er macht „noch ein bisschen DRK“ und pflegt Kontakt zu ehemaligen Kollegen. „Ich habe den Umgang mit Menschen geliebt und gerne mein Wissen weitergegeben. Ich scheine dabei nicht allzu viel verkehrt gemacht zu haben“, ordnet Mühlbeier sein umtriebiges Leben ein.

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