Bad Dürkheim Klangsatt erhebende Strahlkraft

Ein großes Partnerstädte-Konzert bereicherte das kulturelle Angebot zum Stadtfest in der Kurstadt: Das Ensemble vocal de Paray-le-Monial aus der französischen Partnerstadt war zu Gast und sang mit der Kantorei an der Schlosskirche und dem Chor an St. Ludwig ein Konzert.
Messe C-Dur gab es zu Beginn, dabei waren alle drei Chöre vereint unter Leitung von Michael Orth. Zu schönster Homogenität und wohlig gerundeten Konturen verband sich der Klang der Chorgemeinschaft. Prachtvoll aufgewölbte Harmonien in den Gott verherrlichenden Chorteilen gewannen erhabene Wirkung. Inbrünstige Männerstimmen gab es im „Benedictus“, reich abgestufte Klangvaleurs und weich strömende Harmonien erfüllten das „Agnus Dei“. Klangvoll begleitete das Dürkheimer Kammerorchester. Der Chor aus Paray-le-Monial hat einen neuen Leiter, Guy Cousin. Unter seiner Leitung brachte der Chor eigene Beiträge. Mit herbem Klang über einem warm tönenden Fundament der Männerstimmen erfüllte er ein mittelalterliches Chanson von Roland de Lassus. Flott und schwungvoll folgte ein Spiritual, bereichert von schönen dynamischen Abstufungen zwischen samtig tönendem Pianissimo und flammendem Forte. Gefolgt vom „Ave Maria“ des Tomas Luis de Victoria und einem kräftig und rhythmisch schwungvoll gesungenen Madrigal von Marcello. Sehr engagiert sang der Chor aus Paray-le-Monial, ebenso agil war das Dirigat seines Leiters. Das zeitigte schönste Ergebnisse in den zwei Sätzen aus Mozarts „Vesperae solennes de confessore“: Jubelnd und strahlend ertönte das „Laudate pueri“ und in dem „Laudate Dominum“ setzte Elvira Stratinskaia mit schön gefärbter Sopranstimme die solistischen Glanzlichter. Das Kammerorchester Bad Dürkheim unter seiner agil dirigierenden Leiterin Gabriele Weiß-Wehmeyer bereicherte das Programm mit instrumentalen Beiträgen: W.F. Bachs „Adagio und Fuge d-moll“ erklang ruhig expressiv, mit klangschönen Soli von Doris Geller (Flöte) und Elisabeth Frost (Oboe). Mit klaren Konturen und markantem Ton formten die Streicher polyphone Geflechte, gaben ihnen große rhetorische Kraft. Im Konzert für zwei Trompeten von Heinrich Stölzel brillierten Sandro Hirsch und Johannes Leiner, Bruno-Herrmann-Preisträger von 2013 an den Bachtrompeten, wunderbar rund und geschmeidig verflochten sie ihre Linien. Kirchenmusikdirektor Jürgen E. Müller, der die Bruckner-Messe an der Orgel begleitete, dirigierte zum Abschluss Händels „Halleluja“ (aus dem „Messias“) und dabei vereinten die drei Chöre eine klangsatt erhebende Strahlkraft.