Bad Dürkheim
Kita St. Ludwig: Eltern und Träger wollen regelmäßiger reden
Über Wochen herrschte Ausnahmezustand in der katholischen Kita St. Ludwig in der Bad Dürkheimer Beethovenstraße: Personalengpässe führten zu eingeschränkten Betreuungszeiten und Gruppenschließungen. Seit Ende Februar läuft alles wieder nach Plan – vorerst, wie einige Eltern befürchteten. Daher hatte der Elternausschuss für Anfang März Pfarrer Moritz Fuchs, den Trägerbeauftragten Peter Heilmann, die Kita-Leitung, den Förderverein sowie den Kreiselternausschuss zum Gespräch eingeladen.
Ob dieses konstruktiv verlaufen ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Während Pfarrer Fuchs von einer Klärung spricht, bei der die Sichtweisen der Beteiligten dargestellt wurden, ist Elli Baum, stellvertretende Vorsitzende des Elternausschusses, enttäuscht. Ihr Eindruck ist, dass das Problem an die Eltern zurückgeschoben worden sei – der Elternkritik, dass sich die Gemeinde zu wenig für die Kita engagiere, habe der Träger entgegengesetzt, dass sich die Eltern wenig in der Gemeinde engagierten. Für Baum hinkt der Vergleich. „Das Gespräch war eher eine Mauer aus ,Nein’ und kein Dialog“, so Baum. Sie erwarte wenig Verbesserungen, gerade auch was Vertretungskräfte anbelangt – deren Fehlen ist ein Hauptkritikpunkt der Eltern. Gleichzeitig betont Baum, dass sich die Kritik nicht gegen die Erzieherinnen richte.
Gespräche sollen Verbesserungen bringen
Für Heilmann war wichtig, dass sich alle klar gemacht haben, dass man gegen krankheitsbedingte Ausfälle wenig ausrichten kann. Pfarrer Fuchs nennt Maßnahmen, die auf Gemeindeseite angegangen werden sollen: ein Austausch mit der Regionalvertretung und dem Bistum und möglicherweise auch der Stadt, ob und wie Vertretungskräfte eingebunden werden könnten. Klar sei aber: „Es wird keine schnellen Lösungen geben.“ Im Mai soll ein nächstes Treffen stattfinden. So soll die Kommunikation zwischen Träger und Eltern verbessert werden.
Christine Schneider-Joseph, Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste bei der Stadt Bad Dürkheim und damit zuständig für die kommunalen Kitas in der Verwaltung, kann verstehen, dass Eltern verärgert sind, wenn die Betreuung über Wochen nicht gesichert ist. Sie berichtet, dass es immer mal wieder vorkomme, dass Eltern nach einem Platz in einer anderen Kita fragten. Dies sei auch in den vergangenen Wochen so gewesen. „Wechsel präferieren wir zum neuen Kita-Jahr. Außerdem haben Eltern Vorrang, die noch keinen Kita-Platz haben oder die langfristig wegen eines Wechsels angefragt haben“, stellt sie klar: „Wir wollen kein Kita-Hopping.“
Springer in städtischen Kitas sind voll ausgelastet
In der Kurstadt gibt es neun städtische Kitas, eine in gemeinsamer Trägerschaft mit der Lebenshilfe. 92,34 so genannte Vollzeitäquivalente sind als Erziehende angestellt, dazu kommen 14 Vollzeit-Vertretungskräfte, die „laut Dokumentation für 2024 voll ausgelastet waren und dort eingesetzt werden, wo es Personalmangel gibt.“ Aufgrund der Grippewelle sei es auch in städtischen Kitas zu Einschränkungen gekommen: „Wir versuchen, eine durchgehende Betreuung bis 15 Uhr mit Mittagessen zu realisieren und nur in den Randzeiten die Betreuung einzuschränken.“ Generell gelte: „Je kleiner die Einrichtung, desto brisanter wirkt sich Personalmangel aus.“
Pfarrer Fuchs argumentiert: „Die Stadt ist anders aufgestellt als eine Gemeinde. Wir können keine Schulden aufnehmen und sind froh, wenn wir die laufenden Kosten decken können.“ Er hofft weiter auf das Verständnis der Eltern. Und kündigt ein vom Träger geplantes Teamtreffen an: Hier soll es um die Verbesserung der Kommunikation der Erziehenden mit Eltern gehen, wenn priorisiert werden muss – also nicht alle Kinder aufgrund von Personalmangel in der Kita betreut werden können.