Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kirchenreform: Wie steht der Kirchenbezirk dazu?

 Das Dekanat Bad Dürkheim-Grünstadt soll mit Bad Bergzabern, Landau und Neustadt zusammengelegt werden.
Das Dekanat Bad Dürkheim-Grünstadt soll mit Bad Bergzabern, Landau und Neustadt zusammengelegt werden.

Neue Strukturen, größere Einheiten – die Protestantische Landeskirche stellt sich neu auf. Wie steht die Synode des Kirchenbezirks Bad Dürkheim-Grünstadt dazu?

Es ist ein großer Wandel: Die Protestantische Kirche der Pfalz plant derzeit eine umfassende Strukturreform. Unter anderem sollen 15 Kirchenbezirke zu vier großen zusammengefasst werden. Ziel ist es aus Sicht der Kirche, die Verwaltung zu straffen, damit Freiräume zu schaffen und viel Geld einzusparen.

Die Reform ist allerdings umstritten – vor allem in einem Punkt. Kirchengemeinden sollen den Status der Körperschaft des öffentlichen Rechts verlieren und zu Körperschaften des kirchlichen Rechts werden. Dadurch würde ihre Geschäftsfähigkeit eingeschränkt. Außerdem sollen Presbyterien zu Ortskirchengemeinderäten werden. Kritiker monieren einen Eingriff in die Selbstverwaltung der Gemeinden. Auch im Kirchenbezirk Bad Dürkheim-Grünstadt gibt es viele kritische Stimmen.

Keine Mehrheit bei wichtigen Punkten

Ginge es nach der Bezirkssynode Bad Dürkheim-Grünstadt, gäbe es für wichtige Punkte der geplanten Reform derzeit keine Mehrheit. Bei einer Sitzung der Bezirkssynode am Samstag in der Burgkirche hat Vorsitzender Joachim Schäfer aus Carlsberg die Mitglieder der Bezirkssynode abstimmen lassen. „Es könnte interessant sein, was wir machen würden, wenn wir die Landessynode wären“, sagte er. Durch eine geheime Abstimmung solle der Landeskirche ein Stimmungsbild übermittelt werden.

Bei der Kirchenreform, bei der es um die Neuordnung der Kirchengemeinden und die Frage nach der Körperschaft geht, stimmten 23 Mitglieder der Synode mit Ja, 28 mit Nein und es gab fünf Enthaltungen. Wäre die Bezirkssynode die Landessynode, wäre die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit zur Verfassungsänderung also nicht erreicht worden. Auch für das neue Kirchenbezirksreformgesetz, nach der die Landeskirche sich in größere Einheiten aufteilen würde, gab es in der Bezirkssynode keine Zwei-Drittel-Mehrheit, nicht einmal eine einfache Mehrheit. Das neue Kitaträgergesetz und die Errichtung einer gemeinsamen Kirchenverwaltung wurde überwiegend positiv gesehen. Dies wäre angenommen, sagte Schäfer, hier wäre bei der Landessynode auch nur eine einfache Mehrheit erforderlich.

Kritik an Verfahrensweise

Über diese Punkte kann die Bezirkssynode aber nicht abschließend beschließen. Was sie machen kann, ist eine Stellungnahme abgeben. Bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung einigte sich die Bezirkssynode darauf, die Ergebnisse ihrer Sitzung im Februar, wo ausführlich über die Landeskirchenreform diskutiert worden war, weiterzuleiten.

Diese Stellungnahme setzt sich aus drei Teilen zusammen. Einmal hat die Landeskirche ein Online-Tool zur Verfügung gestellt, das ausgefüllt wurde. Zum anderen wird das Protokoll der Februar-Sitzung weitergegeben, und als dritter Teil erfolgen die Stellungnahmen, in denen sich unter anderem Kirchengemeinden, Pfarrer oder Presbyter sich äußern und die geplante Reform zum Teil deutlich ablehnen.

In der Februarsitzung hatten in dem wichtigen Punkt der Kirchenverfassung mit der Neuordnung der Gemeinden 16 zugestimmt, 16 stimmten mit kleinen Bedenken zu, vier äußerten sich nicht, 17 hatten erhebliche Bedenken und eine Person lehnte die Reform ganz ab.

Kritik über das grundsätzliche Vorgehen kam am Samstag von einigen Teilnehmern der Bezirkssynode. Pfarrerin Julia Heller aus Wachenheim zeigte sich irritiert, dass die Abstimmung schon im Februar erfolgt sei. Schäfer sagte, die Sitzung im Februar sei für die Gewichtung der Auffassungen vorgesehen gewesen. Dann habe es noch eine Frist für Stellungnahmen gegeben. Durch diese Vorgehensweise gehe keine Äußerung verloren, und die Landessynode könne nachvollziehen, wie die Diskussion verlaufen sei.

Evelin Urban aus Friedelsheim sagte, sie finde das Vorgehen nicht gut. Durch die umfangreiche Stellungnahme mit vielen Anhängen gehe viel verloren. Heute nur über Zustimmung oder Ablehnung zu entscheiden, sei für sie nicht in Ordnung.

Dekan Stefan Kuntz erklärte, man habe sich im Februar inhaltlich intensiv mit der Reform beschäftigt und alle Stellungnahmen eingearbeitet. Er gehe nicht davon aus, dass bei einer nochmaligen Beschäftigung mit dem Thema viel Neues hinzukomme.

Abschließend wird die Landessynode im kommenden Frühjahr über die Kirchenreform abstimmen.

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