Wachenheim
Katastrophenschutz: Derzeit keine funktionierende Sirene
Zwar tönt in einigen Orten manchmal noch ein Probesignal – etwa in Bad Dürkheim –, Sirenen haben bei der Alarmierung der Feuerwehr oder der Zivilbevölkerung in Zeiten der Digitalisierung aber deutlich an Bedeutung verloren.
Wie sieht es eigentlich mit Sirenen und Lautsprechern in der Stadt Wachenheim aus? Das wollte die FWG im Stadtrat wissen. Zwar nicht bei einem brennenden Misthaufen, aber doch bei einer möglichen Naturkatastrophe müsse die Bevölkerung gut und schnell gewarnt werden können, führte Dorothea Geibel (FWG) aus, die an die Katastrophe im Ahrtal erinnerte. „In der Vergangenheit hatten wir Sirenen“, sagte sie. Sie sprach sich für eine Reaktivierung aus. Vielen Menschen stünden die bekannten Warnapps nicht zur Verfügung, weil sie beispielsweise kein Smartphone haben.
Bechtel: Kreis hat Beschallungskonzept beauftragt
Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) machte darauf aufmerksam, dass der Kreis, der unter anderem für den überörtlichen Brandschutz und den Katastrophenschutz zuständig ist, eine Firma damit beauftragt habe, die Anzahl der nötigen Sirenen zu ermitteln, die im Fall der Fälle alle erreichen würden. Es soll also ein Beschallungskonzept als Grundlage für die Planung eines Sirenenwarnsystems erstellt werden. Aus Sicht des Kreises hätten die Sirenen den Vorteil gegenüber anderen Warnsystemen, dass sie durch ihre Lautstärke bei jeder Tages- und Nachtzeit auf sich aufmerksam machen würden und flächenmäßig eine große Anzahl an Personen erreichen.
Das flächendeckende Sirenen-Warnetz des Bundes wurde laut Kreis bereits in den 1990er-Jahren aufgegeben. Die Sirenen fielen an die Gemeinden zurück, die sie meist für die Feuerwehralarmierung genutzt hatten. 2011 wurde bei den Feuerwehren die digitale Alarmierung eingeführt. Manche Gemeinden haben die Sirenen dann abgebaut oder mit „Handbetrieb“ erhalten. „Wir haben welche, die sind aber abgeklemmt“, sagte Bechtel. Da der Landkreis sich aber derzeit des Themas annehme, würde er vorschlagen, dieses Konzept abzuwarten. Das fand im Stadtrat Zustimmung.
Szenarien durchgespielt
Auf Nachfrage sagte Bechtel, dass es wohl bis zu vier Sirenen in der Gemeinde gab. Eine bei der Kirche, die zweite in der Bürklin-Wolf-Straße, eine weitere in der Waldstraße und eine vierte auf der Schule. Einige davon seien aber schon abgebaut worden, keine funktioniert aktuell. Nach der Erstellung des Beschallungskonzepts des Landkreises müsse das Sirenen-Netz aber neu aufgebaut werden, meinte Bechtel.
Auch zu den Notfallplänen im Katastrophenfall wollte Geibel auf den aktuellen Stand gebracht werden. „Was ist denn hier vorhanden bei uns, funktioniert es überhaupt? Da ist ja im Ahrtal unheimlich viel schief gelaufen“, sagte Geibel. Im Landkreis werde vorbildlich gearbeitet, sagte Bechtel. Der unter anderem darauf verwies, dass es einen hauptamtlichen Brand- und Katastrophenschutzinspekteur geben werde. Er betonte außerdem, die Verbandsgemeinde habe den Bombenfund in Gönnheim 2018 zum Anlass genommen, verschiedene Szenarien durchzuspielen.