Bad Dürkheim
Kassenärztliche Vereinigung für weiteren Hautarzt
Wie berichtet, hat sich der Hautarzt Dr. Wolfgang Koenen entschieden, seine Praxis im Fronhof seit dem 1. Juli als Privatpraxis weiterzuführen. Das hat zur Folge, dass es in der Kurstadt seitdem keinen Arzt mehr gibt, der gesetzlich Versicherte dermatologisch versorgt.
Appell an die Kassenärztliche Vereinigung
Daraufhin hatten die beiden CDU-Politiker an die Kassenärztliche Vereinigung (KV) appelliert, sich für eine Neubesetzung einzusetzen. Der Kassensitz sollte dabei auch unbedingt wieder in der Stadt Bad Dürkheim genommen werden. Zwar gelte der Planungsbereich Neustadt/Bad Dürkheim als überversorgt, allerdings entfielen allein vier Sitze auf die Stadt Neustadt am südlichen Rand des Plangebiets, eine weitere Praxis befände sich in Grünstadt im Norden, argumentierten Steiniger und Wolf in einem Schreiben an die KV. Gerade in einer ländlich geprägten Region würde somit bei einem Verlust des Kassensitzes im Zentrum des Landkreises als Plangebiet keine Versorgung der Patienten in zumutbarer Nähe erfolgen.
Überversorgung in der Region
In dem Antwortschreiben, das der RHEINPFALZ vorliegt, bestätigen die KV-Vorstandsmitglieder Andreas Bartels und der Freinsheimer Peter Andreas Staub eine Überversorgung bei Hautärzten im Bereich Neustadt/Bad Dürkheim. Es sei nicht sicher, ob der Wegfall der Koenen-Praxis daran etwas ändere. Aber: „Die Erfahrungen der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz zeigen, dass selbst wenn ein Planungsbereich nach der ausschließlichen bedarfsplanerischen Situation zu beurteilen als ausreichend versorgt gilt, dennoch spürbare Versorgungsdefizite entstehen können, von denen die Patientenschaft betroffen ist.“ Nur allzu oft seien die bedarfsplanerische Versorgungslage und die tatsächliche Versorgung vor Ort nicht deckungsgleich. Daher plädiere die KV Rheinland-Pfalz schon seit Längerem für eine Abschaffung der Bedarfsplanung für alle grundversorgenden Fachgebiete.
Nach Bekanntwerden seiner Absichten habe das Beraterteam der KV Kontakt mit Wolfgang Koenen aufgenommen, um die Weichen für ein Nachbesetzungsverfahren zu stellen. „Seien Sie versichert, dass sich die KV RLP mit all den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln für eine gleichmäßige Verteilung der Hautärzte im Planungsbereich einsetzen wird und sich für eine mögliche Nachbesetzung des hautärztlichen Vertragsarztsitzes starkmacht“, schreiben Bartels und Staub. Die KV werde sich insbesondere um eine Fortführung des hautärztlichen Sitzes in Dürkheim bemühen.
Ausschuss entscheidet
Über die Wiedervergabe des Sitzes entscheidet allerdings nicht die Kassenärztliche Vereinigung, sondern der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen. Dieser sei nicht weisungsgebunden, wie Rainer Saurwein, Pressesprecher der KV auf Anfrage betonte. „Wir bemühen uns, Ärzte dorthin zu bekommen, wo sie fehlen“, sagte Saurwein. Sollte der Ausschuss für eine Wiederbesetzung stimmen, werde im Ärzteblatt mitgeteilt, dass der Planungsbezirk geöffnet sei und der Sitz ausgeschrieben, erläuterte der KV-Sprecher.