Bad Dürkheim
Kanzlerkandidatin Baerbock: Grüne Parteimitglieder zur Kür
Neben Annalena Baerbock stand Robert Habeck für die Kanzlerkandidatur zur Verfügung. Gemeinsam haben sich die beiden darauf geeinigt, wer die Aufgabe übernehmen soll. „Ich finde sehr gut, wie es war. Auf jeden Fall schön, dass es sich positiv abhebt im Hinblick auf die CDU/CSU“, sagt Monika Maleri, Fraktionsvorsitzende im Dürkheimer Stadtrat. Auch Sonja Teschner, Beigeordnete der Stadt Wachenheim, ist mit der Vorgehensweise zufrieden. „Schließlich sollten nur die beiden am Ende wissen, wer mehr für diese Position brennt. Ich bin stolz darauf, wie harmonisch das lief und wie toll sich Habeck und Baerbock gegenseitig unterstützen.“
Doch nicht alle teilen diese Meinung. „Das Verfahren war in Ordnung. Ich hätte mir allerdings mehr Basisdemokratie gewünscht – dass zum Beispiel die Mitglieder gefragt worden wären“, erklärt Horst Bäuml. Zusammen mit Sibylle Heissler bildet er die Doppelspitze des Ortsverbands der Grünen in Bad Dürkheim. Nach Einschätzung aller Befragten hat das Geschlecht bei der Entscheidung keine Rolle gespielt. „Es wurde nicht nach Geschlecht entschieden, sondern nach Fähigkeiten“, meint etwa Maleri.
Dass die Wahl auf Baerbock gefallen ist, überrascht keinen der Befragten. „Es war einfach schwer, einen Favoriten auszumachen. Beide würden es gut machen. Ich halte Annalena für eine gute Wahl“, meint Silvia Schmitz-Görtler, Beigeordnete der Verbandsgemeinde Freinsheim.
„Ich persönlich hätte für Habeck gestimmt, weil er einfach mehr Regierungserfahrung mitbringt. Aber die Leidenschaft ist bei beiden da. So oder so finde ich es absolut super, dass Annalena jetzt ins Rennen geht“, erklärt Bäuml. Baerbocks Vorteil besteht seiner Meinung nach darin, besonders junge Wähler, die den Klimawandel im Blick haben, für sich gewinnen zu können.
Motivation statt Regierungserfahrung
„Was ihr an Regierungserfahrung fehlt, macht sie mit Motivation, Biss und starkem Willen wieder wett“, sagt Teschner. Besonders sei sie auch ein schöner Gegensatz zu der „Altherren-Riege“ anderer Parteien. Sie schätzt die Wahlchancen der 40-jährigen zweifachen Mutter als durchaus gut ein. „Besonders, weil sie durch die Partei und Habeck so viel Unterstützung erfährt.“ Das sehen auch ihre Parteikollegen so. „Ich denke, sie hat sehr gute Chancen, weil sie oft unterschätzt wird. Im Wahlkampf hat sie jetzt die Gelegenheit, andere von sich zu überzeugen, so wie sie es auch bei mir getan hat“, sagt Maleri.
„Wir stehen als Grüne geschlossen hinter ihr. Ich halte alles für möglich“, bestätigt Silvia Schmitz-Görtler. Alle seien hochmotiviert und die Partei so stark wie nie. „Das ist für uns absoluter Luxus“, meint Bäuml.