Bad Dürkheim Kallstadt: Eine Bienenkönigin als Mitbewohnerin

Andrea Bertram bietet Bienen ein Zuhause.
Andrea Bertram bietet Bienen ein Zuhause.

Im eigenen Garten Bienen zu halten, ohne sich selbst als Imker zu betätigen – das geht. Andrea Bertram hat sich Bienen gemietet.

Bertram lebt „am Ende von Kallstadt“. Dort wo die Gärten der Nachbarschaft direkt in Wingert übergehen. Über Freundinnen aus München und Bremen hatte sie von „bee rent“ gehört. Für einen monatlichen Obolus mietet man sich einen ganzen Bienenstock, der von einem Profi aufgestellt und betreut wird. Die Ernte, sprich den Honig, bekommt man aber am Ende selbst. Pro Ernte sind das schon mal 12 bis 13 Kilogramm, in guten Jahren kann man sogar mit zwei Ernten rechnen. „Nach nur drei Wochen sind in meinem Bienenstock schon fünf Kilogramm“, erzählt sie begeistert.

15.000 Bienen zum Einzug

Bertram betreibt eine Weinagentur, vermittelt ihrer Kundschaft hochwertige Weine, sehr oft auch aus ökologischem Anbau. „Ich finde einfach, das Bienenprojekt passt zu mir, in den Bienen finde ich mich wieder“, schwärmt die Hobbygärtnerin von ihren neuen „Mitbewohnern“, die am 1. April am Ende ihres natürlich bewirtschafteten Gartens eingezogen sind. Es ist das erste Wirtschaftsjahr „ihrer“ Königin. Eingezogen ist sie mit 15.000 Bienen, zur Hoch-Zeit können sich auch mal 60.000 Immen im Bienenstock tummeln. Imker Klaus Steinhilber aus Eisenberg betreut die Bienen. Er erklärt, dass „bee-rent“ ein inzwischen auch international agierendes Franchisesystem mit Sitz in Bremen ist. Bevor so ein Bienenstock aufgestellt wird, schaut er sich den potenziellen Mieter und die Umgebung genau an, denn es gibt zwei Bedingungen: Das Umfeld muss bienenfreundlich sein, und der Imker braucht über die Sommermonate im Schnitt ein Mal pro Woche freien Zugang zum Bienenstock. „Die Miete ist ja nicht billig, aber wir kümmern uns auch um unsere Bienen. Ich bin mindestens 15-mal im Jahr vor Ort“, erklärt der Imker. Er wird auch bei Bertram noch selbst Hand im Garten anlegen und eine Staude pflanzen, die bis in den Oktober hinein blüht. „Dort sammeln die Bienen dann ihre eigene Winternahrung, da der zuletzt geerntete Waldhonig sich nicht gut für die Überwinterung eignet“, erklärt er.

"Nur gucken, nicht anfassen"

Die Kallstadterin hat sich gleich für fünf Jahre Bienenmiete entschieden – Mindestlaufzeit sind zwei Jahre. So kostet sie der Bienenstock 179 Euro pro Monat. Aber der relativ hohe Betrag ist es ihr wert, ihren Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. „Nur gucken, nicht anfassen“ lautet das Motto für die Mieterin, die aber dennoch einen Imkeranzug bekommt, um gefahrlos auch mal in den Stock schauen zu können. Den Honig will sie für Werbegeschenke nutzen und so das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden.

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