Landtagswahl
Joschka Brodbeck (Grüne): Jungen Menschen eine Perspektive geben
Bei einem erst 24-Jährigen ist das mit der langen Zeit natürlich etwas anders zu verstehen. Ein halbes Jahr habe er sich mit dem Gedanken beschäftigt, ob er das mit der Politik jetzt tatsächlich angehen soll, erzählt er. Mit 15 hat er sich dazu entschieden, sich zunächst der grünen Jugend in der Vorderpfalz anzuschließen. „Das war auch noch kostenfrei“, erzählt er, denn als Schüler muss man sich auch Gedanken ums Taschengeld machen. Nach wenigen Treffen in Ludwigshafen wurde er gleich zum Sprecher gewählt, mittlerweile sitzt er für die Jugendorganisation der Grünen im Landesvorstand. 2013 folgte dann der Parteieintritt. Seit eineinhalb Jahren sitzt er für die Grünen im Freinsheimer Verbandsgemeinderat. „Ich fühle mich dort sehr wohl. Von den älteren Mitgliedern wurde ich dort auch gut aufgenommen“, bekräftigt er.
Bundesfreiwilligendienst nach dem Abi
Sehr gerne engagiert sich Brodbeck im Kita-Ausschuss. Denn anders als der große Teil seiner Mitschüler am Werner-Heisenberg-Gymnasium begann Brodbeck nach dem Abitur nicht ein Studium, sondern eine Ausbildung zum Jugend- und Heimerzieher. Seinen Bundesfreiwilligendienst absolvierte er in einer stationären Jugendhilfeeinrichtung in Weisenheim am Sand und dort war nach einem Jahr auch ein Ausbildungsplatz frei. Brodbeck musste nicht lange überlegen, denn dem jungen Mann war klar geworden, dass er sich dort auch eine berufliche Perspektive vorstellen könnte. Bereits seit fünf Jahren ist Brodbeck nun dort und freut sich sehr, wenn es beispielsweise gelingt, minderjährige unbegleitete Flüchtlinge so zu integrieren, dass sie nicht nur einen Schulabschluss schaffen, sondern auch einen guten Ausbildungsplatz finden.
Politikstudium an der Fernuni
Am Endpunkt seiner eigenen Ausbildung und Qualifikation sieht sich der passionierte Rennradfahrer noch nicht angelangt, deshalb hat er im vergangenen Jahr ein Politikstudium an der Fernuni Hagen begonnen. Dies bedeute aber nicht, dass er sich damit eine andere berufliche Laufbahn erschließen wolle. „Ich habe jetzt auch nicht den Anspruch, ein hohes politisches Amt zu bekleiden“, versichert Brodbeck. Seine Direktkandidatur sieht er als gute Möglichkeit an, um auf grüne Themen aufmerksam zu machen. Realistischerweise könne er nicht damit rechnen, auf diesem Weg in den Landtag einzuziehen. Auch über die Landesliste werde das auf Platz 40 nicht klappen, meint er.
Der Single, der gerne vegane Gerichte kocht, lebt noch in Weisenheim am Berg bei seinem Vater, bereitet aber derzeit seinen Umzug nach Freinsheim in eine eigene Wohnung vor. Seinen Vornamen hat Brodbeck von seiner Mutter bekommen, die sich bei ihrer Auswahl an geläufigen Namen innerhalb ihrer Verwandtschaft orientierte. „An einen grünen Politiker hat sie dabei bestimmt nicht gedacht.“