Bad Dürkheim Jetzt wird’s ernst!
Blickpunkt: Epik, Lyrik oder Drama? Mit dem Fach Deutsch haben gestern die Abiturprüfungen begonnen. Erstmals legen auch Schüler der IGS ihre Reifeprüfung ab. Neu: Einige Aufgaben sind landesweit vorgegeben.
Mittwoch, 11. Januar 2017, 9 Uhr. Ein Datum, dass sich knapp 360 Schüler an Mittel- und Unterhaardt dick und fett im Kalender angestrichen haben. Gestern wurde es ernst für sie – so richtig. Denn am Werner-Heisenberg-Gymnasium in Bad Dürkheim, am Leininger Gymnasium in Grünstadt und an der Integrierten Gesamtschule Deidesheim/Wachenheim hat das Abitur begonnen. An der IGS stehen zum ersten Mal überhaupt Reifeprüfungen an (wie schon gestern kurz gemeldet). Und die haben es in sich: Gleich drei schriftliche Prüfungen in den Leistungskursen und – je nach Fächerkombination – ein oder zwei mündliche Prüfungen im März müssen die Abiturienten überstehen. Dann, sofern alles gut geht, werden sie ihre Hochschulreife in der Tasche haben. Mit der Frage „Epik, Lyrik oder doch Drama?“ ging es gestern um Punkt 9 Uhr los, rund eine Stunde später als in früheren Jahren. Allerdings nicht nur an den hiesigen Schulen, sondern im ganzen Land. Grund dafür sind zentrale Aufgaben in den Fächern Mathematik, Englisch, Französisch und eben auch Deutsch, die landesweit vom Bildungsministerium in Mainz ausgegeben werden. Sie werden erstmals einer bundesweiten Aufgabensammlung entnommen und zusätzlich zu den individuellen Prüfungsfragen der einzelnen Lehrer gestellt. Weil diese Aufgaben eben für alle Schulen in Rheinland-Pfalz gleich sind, müssen die Prüfungen in den vier Fächern auch landesweit zur selben Zeit stattfinden, wie WHG-Schulleiter Herbert Janetzki erklärt: „Nur so kann sichergestellt werden, dass sich die Schüler untereinander nicht absprechen.“ Ob man nervös war wegen der neuen Abiturprüfungen? „Ein bisschen Aufregung auf normalem Maß hat man da schon gespürt“, gibt IGS-Leiter Georg Dumont zu. „Schließlich hatten wir noch nie eine Abiprüfung und wollten, dass alles gut geht.“ Deshalb habe man schon im Herbst mit den Vorbereitungen angefangen, Probeklausuren organisiert, Aufsichten geplant und, und, und. „Gestern war deshalb niemand mehr wirklich nervös – zumindest nicht unter den Lehrern“, sagt Dumont. Die Vorbereitung habe sich ausgezahlt: „Es gab keine negativen Zwischenfälle.“ Im Gegenteil: „Ein Schüler ist sogar in Jubel ausgebrochen, als er bei der Themenvergabe gehört hat, dass ,Faust’ drankommt.“ Solch eine intensive Vorbereitung auf den neuen Prüfmodus hat es auch am WHG gegeben, obwohl man dort in Sachen Abi eigentlich schon ein alter Hase ist. Trotzdem: „Unter solchen Bedingungen haben auch wir noch kein Abi gemacht“, sagt Janetzki. Deshalb hat man sich auch hier für den „Probelauf“ bei den letzen Kursarbeiten in Französisch und Englisch entschieden und „das mit dem Hör- und Leseverstehen mit den Abiturienten schon mal getestet“. So wusste dann auch jeder gleich, was auf ihn zukommt, glaubt der Schulleiter. Im WHG wollen dieses Jahr 184 Oberprimaner ihr Abi machen, in Grünstadt sind es 114, in Deidesheim 61. Das „Schriftliche“ erstreckt sich über zwei Wochen.