Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel Jens Schwaab: Für linke Themen auf dem Land

Nahverkehr zum Nulltarif fordert seine Partei: Jens Schwaab (Linke) pendelt selbst regelmäßig nach Speyer.
Nahverkehr zum Nulltarif fordert seine Partei: Jens Schwaab (Linke) pendelt selbst regelmäßig nach Speyer.

Linke Themen müssen in Rheinland-Pfalz stärker repräsentiert sein, findet Jens Schwaab. Der 25-Jährige tritt für die Die Linke, die derzeit nicht im Landtag vertreten ist, als Direktkandidat an. Damit will er seine politischen Anliegen ins Gespräch bringen und bekannter werden.

Kostenlose Busse und Bahnen – mit diesen Thema macht Die Linke in Rheinland-Pfalz derzeit Wahlkampf. Ein wichtiges Thema ist das auch für Schwaab, der als Pendler regelmäßig nach Speyer unterwegs und „entsetzt“ ist, wenn er beobachtet, welche Preise selbst für kurze Strecken verlangt würden.

Am Pfalzkolleg, wo er Schülersprecher ist, macht Schwaab derzeit auf dem zweiten Bildungsweg sein Abitur. Er strebt ein Studium an der Universität Landau an, um Förderschullehrer zu werden. Bildungsthemen liegen dem jungen Mann deshalb am Herzen. Er sei der erste seiner Familie, der Abitur macht, sagt der Sohn eines Monteurs und einer Friseurin.

In einem Jugendzentrum in Speyer gearbeitet

Er habe im Familienzusammenhang früh bemerkt, dass viele Menschen „wie blöd arbeiten“, aber nichts hängenbleibe. Für Politik habe er sich schon immer interessiert. Politische Zusammenhänge habe er in einem Speyerer Jugendzentrum kennengelernt. Hier habe er mitgearbeitet, genauso wie in einer Einrichtung in seinem späteren Wohnort Mannheim. Vor einem Jahr sei er dann den Linken beigetreten, wo seine Freundin bereits Mitglied gewesen sei.

Der Liebe wegen wohnt Schwaab seit einem Jahr in Wachenheim. Er sehe sich mit der Vorderpfalz eng verbunden, sei er doch aufgewachsen in Harthausen, ein Freiwilliges Soziales Jahr habe er in einem Kinderhort in Lambrecht gemacht.

Kreisverband ist für zwei Wahlkreise zuständig

Auf dem Land habe man im Gegensatz zum Leben in der Stadt viel mehr Kontakt außerhalb der eigenen – im Falle Schwaabs linken – Blase. „Ich komme mehr ins Gespräch mit Leuten, die andere Ansichten haben“. Gerne würde er auch mehr im Wahlkampf diskutieren, der wegen der Pandemie aber auf Diskussionen in Sozialen Netzwerken und Plakatwerbung beschränkt sei. Letzteres sei eine „Mammutaufgabe“, sagt er angesichts fehlender linker Ortsverbände. Der Kreisverband Bad Dürkheim sei zuständig für gleich zwei Wahlkreise.

Dass Schwaab in den Landtag einzieht, ist unwahrscheinlich. Mit der Bewerbung will er auf seine Themen aufmerksam machen und seine Bekanntheit steigern, um dann möglicherweise fein Mandat mit besseren Chancen zu kandidieren.

Als Haustier wohnt Gottesanbeterin Gretel bei dem 25-Jährigen. Das Insekt brauche wenig Platz, sei pflegeleicht und faszinierend zu beobachten, so Schwaab, der in seiner Freizeit ansonsten Bass spielt – „gerne, aber nicht besonders gut“.

Zur Sache:

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Jens Schwaab das Thema Fachärzte angehen. Hier sei teilweise ein Spießrutenlauf nötig, um als Kassenpatient an einen Termin zu kommen, sagt Schwaab. Kürzlich habe er selbst vergeblich versucht, einen Hautarzttermin zu bekommen.

Kurzinfo:

Bad Dürkheim) umfasst Grünstadt, Bad Dürkheim, die Verbandsgemeinden Deidesheim, Freinsheim, Wachenheim und das Gebiet der ehemaligen VG Grünstadt-Land.
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