Bad Dürkheim Interview: „Es ist nur eine kleine Tournee“

Es ist ungewöhnlich, dass ein Streichquartett von Weltruf wie das Rimsky-Korsakow-Quartett aus St. Petersburg in einer kleinen Kirche im kleinen Ort Gönnheim ein Konzert gibt. Die RHEINPFALZ fragte Alexej Popov nach den Motiven der vier Musiker, die während ihres Aufenthaltes privat untergebracht sind.
Wir kommen seit ungefähr 25 Jahren (Anmerkung der Redaktion: Ein seinerzeit in Gönnheim lebender Jungunternehmer war mit dem Ensemble in Kontakt gekommen, das Quartett spielte bei seiner Hochzeit und der damalige Pfarrer Manfred Roos lud die Musiker zu einem Konzert in die Martinskirche ein. Bis auf den Cellisten ist das Ensemble seither unverändert) hierher und haben 1992 unser erstes Konzert in der Kirche gegeben. Wir haben sehr viele Freunde hier und wollen sie während eines Besuches nicht ohne gute Musik lassen. Wie viele Konzerte etwa geben Sie in einem Jahr? So zwischen 55 und 60, schätze ich. Wir haben schon in ganz Europa, unter anderem in Rom, Mailand, Venedig, Belgrad, Paris und Prag Konzerte gegeben, in den letzten Jahren waren wir mehr in den USA, speziell in Kalifornien unterwegs. Dieses Jahr haben wir unser erstes Konzert in Kirgistan gegeben. Wo kommen Sie gerade her und wo führt Sie das nächste Konzert hin? Wir sind aus St. Petersburg nach Gönnheim gereist, unsere nächste Station ist Pforzheim, das darauf folgende Konzert ist in Carcasonne/Frankreich, dann geht’s wieder nach Hause. Es ist nur eine kleine Tournee. Wie lange müssen Musiker wie Sie täglich üben? Zwei bis drei Stunden zusammen und noch einmal etwa zwei Stunden jeder für sich alleine. Was gefällt Ihnen denn so an Gönnheim? Alles. Die Menschen sind so nett und ruhig hier. Als wir am Montag in Gönnheim angekommen sind, habe ich gedacht: endlich zu Hause. |Interview: Monika Köhler/Foto: Agentur/frei