Bad Dürkheim Inspiriert durch Dürkheimer Kurpark
Daniela Florence Maltseva aus Osthofen bei Worms zeichnet in der Gruppe um die Künstlerin Carmen Stahlschmidt mit dem Bleistift an einem Zusammenspiel verschiedener Fundstücke. Ihr Vorlagen sind eine Muschel, eine Lampionblume und ein Käfer. In einer anderen Ecke der Brunnenhalle beim „2. Symposium der Pfälzischen Sezession für jugendliche Talente“ arbeitet Lara Kloss aus Frankenthal mit Kohlestift an tiefschwarzen Schattierungen eines überdimensionalen Schmetterlingsflügels. Rabia Parmaksiz aus Bad Dürkheim zeichnet das Zweiglein eines Rhododendronbuschs nach – auf einem weißen Blatt im Format Din-A1. Mit einem so großen Format hatte sie noch nie zu tun, sagt sie und umreißt zusammen mit Lara Kloss, worauf es dabei ankommt: „Der Zeitaufwand ist natürlich größer. Man muss viel mehr auf alle Details achten.“ Details arbeitet auch Hanna Adam aus Deidesheim für einen Holzschnitt heraus: „die verletzliche, weiche Oberfläche einer Gottesanbeterin und die stachelige Haut einer Bartagame“. Die Überlappung der beiden Tiere ergibt ein Fabelwesen. Johanna Hißting gestaltet neben ihr mit sicherer Hand das Negativ eines Nadelbaums aus dem Park. Manuel Wagner aus Freinsheim leitet diese Gruppe an. Er studiert Kunst und Malerei in Halle und ist altersmäßig noch sehr nah bei seinen Schülerinnen. Auch er lernt hier dazu, denn das Weitergeben von Wissen und handwerklichem Geschick, hat er festgestellt, „ist schon etwas ganz anderes, als wenn man sonst eigenbrötlerisch vor sich hinarbeitet“. Susan Geel arbeitet mit fünf jungen Frauen an lebensgroßen Terracotta-Büsten. „Überköpfe“ nennt die Schweizerin mit einem Atelier in Rüsselsheim die Plastiken, die ganz ohne Stützhilfen behutsam aus zehn bis 15 Kilogramm Ton aufgebaut werden. Am Anfang haben die jungen Frauen kleine Modelle gefertigt, doch „die großen Formen haben eine viel schönere Anmutung als die kleinen“, sagt Susan Geel, vor allem, weil die jungen Frauen „kein naturalistisches Abbild schaffen, sondern auch die Idee des Menschen, der da abgebildet wird, mit einbringen“. Reyhana Gültekin aus Ludwigshafen streicht ihrem Überkopf noch einmal fest über die deutlich herausgearbeiteten Muskeln der Schultern und den Hals, bevor sie mit dem besonders komplizierten Aufbau von Kinn- und Gesichtspartie beginnt. Der Speyerer Künstler Jochen Frisch und seine Schülerinnen sind für ihre Ölbilder mit Pinseln, Spachteln, Farben und Staffeleien an diesem Morgen auf die Limburg gezogen. Die bereits begonnenen Bilder vom Kurpark mit blühenden Bäumen, viel Grün und der Brücke haben währenddessen Muße zum Trocknen. Roger Klink, Geschäftsführer der Pfälzischen Sezession und Mitglied des Lions Club Bad Dürkheim, freut sich, dass nach dem ersten Symposium vor drei Jahren im Mußbacher Herrenhof mit der Brunnenhalle in Bad Dürkheim wieder ein außergewöhnliches Atelier zur Verfügung steht. Das Symposium der Pfälzischen Sezession in Zusammenarbeit mit dem Lions Club Bad Dürkheim fördert künstlerisch besonders begabte Jugendliche. Vorgeschlagen werden diese von den Kunstlehrern ihrer Schulen. In der Brunnenhalle haben die 19 Jugendlichen die vier sie anleitenden Künstler und „eine Schar von Helfern aus dem Lions Club“ viel Raum zum Arbeiten, gutes Licht und darüber hinaus den Ausblick auf ein gefragtes Motiv gefunden: den Kurpark mit seinem Springbrunnen. Termin Die Ausstellung „Junge Kunst 2019“ ist am Samstag und Sonntag, 27. und 28. April, jeweils von 10 ist 18 Uhr in der Brunnenhalle zu sehen.