Bad Dürkheim „Ich habe mein politisches Leben noch vor mir“

Seit einem guten Jahr ist René Breier Beigeordneter der Verbandsgemeinde Wachenheim. Er investiert wöchentlich rund zehn bis zwölf Stunden in die Tätigkeit. Seine Ambitionen in der Kommunalpolitik fangen damit erst an.
„Ich lerne meine Verbandsgemeinde von einer ganz anderen Seite kennen“, sagt Breier. Und die scheint ihm zu gefallen. Der Ellerstadter schätzt das bürgerschaftliches Engagement, die Menschen, die sich in der Feuerwehr, in den Vereinen oder für Flüchtlinge einsetzen. In die Themen hat sich der 34-Jährige erst einarbeiten müssen. Die Wachenheimer Verwaltung kennt er jedoch sehr gut. Hat der Verwaltungsfachwirt doch neun Jahre hier gearbeitet, bevor er 2011 in die Verwaltung von Maxdorf wechselte. Dort ist er Referatsleiter für den Bereich Soziales und damit fürs Thema Asyl zuständig. Er war also gut beschäftigt in den vergangenen Jahren. „Es war nicht einfach, aber wir haben es gepackt“, sagt Breier. Und zeigt damit eine Einstellung, die er durchaus auch in der Supermarkt-Frage hat, die nun seit Kurzem wieder heiß diskutiert wird. Also, ob und wo in der VG Märkte entstehen können. Wichtig sei, dass die VG nicht „hinten runter“ falle, sagt er. Und meint damit mögliche neue Konkurrenz-Märkte in Bad Dürkheim. Breier ist dafür, beide Standorte, in Friedelsheim-Gönnheim und in Wachenheim, weiter zu verfolgen. Die Konfliktlinien sieht er „historisch gewachsen“. „Wir sind auf einem guten, aber steinigen Weg“, fasst er die Lage zusammen. Sein Verhältnis zu Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU), der Ersten Beigeordneten Heike Ditrich (FWG) und den Ortsbürgermeistern ist aus seiner Sicht „sehr gut“. Er sieht sich in der Unterstützerrolle und durchaus auch in einer „kleinen Vermittlerrolle“. Da er keinen eigenen Geschäftsbereich hat, sei er fast überall mit dabei. So bei der Arbeitsgruppe, die sich derzeit mit der möglichen Etablierung eines Bürgerbusses befasst. Hier kann Breier praktische Erfahrungen aus der Verbandsgemeinde Maxdorf beisteuern. Das Gleiche gilt für die Bewerbung der Schule Friedelsheim-Gönnheim-Ellerstadt als Ganztagsschule. Seine politische Heimat hat Breier seit 2005 in der SPD. Nicht ganz unschuldig sei da die familiäre „Belastung“ gewesen: „Ich komme aus einer sehr sozialdemokratischen Familie“, sagt Breier. Einige Jahre war er Vorsitzender des Ellerstadter Ortsvereins. Er sitzt im Gemeinderat seines Heimatdorfes, in dem er fast sein ganzes Leben verbracht hat. „Gerade heraus“, sei er, sagt Breier. So beantwortet er auch die Frage nach weiteren kommunalpolitischen Ambitionen ohne Umschweife. So ist es möglich, dass Breier sich im kommenden Jahr als Ellerstadter Ortsbürgermeister bewirbt. Er sei ein möglicher Bewerber seiner Partei für die Nachfolge von Langzeit-Bürgermeister Helmut Rentz (SPD), der angekündigt hatte, nicht mehr zu kandidieren. Auch eine Kandidatur als Verbandsbürgermeister schließt er nicht aus. Sieht sich aber noch am Anfang seiner kommunalpolitischen Karriere und das Amt noch „in ferner Zukunft“. „Ich habe mein politisches Leben noch vor mir“, sagt er. Daher sei es auch in Ordnung, dass er Ende 2016 nicht Erster Beigeordnete geworden sei. FWG und SPD hatten nach einer internen Absprache die Nachfolge des Ersten Beigeordneten Rentz nicht bei der SPD belassen, sondern auf die FWG übertragen. Breier indes ist mit seinem Job als Beigeordneter „glücklich“ und auch ausgefüllt. Hat er doch in fast seiner gesamten Freizeit mit der Tätigkeit zu tun. Zudem ist er vor kurzem zum zweiten Mal Vater einer Tochter geworden. Bleibt da noch etwas Zeit übrig, geht er ins Fitnessstudio. Oder – mit nachlassender Begeisterung – auf den Betzenberg. Zur Serie Sie stehen meist in der zweiten Reihe, hinter dem Bürgermeister. Müssen aber gewappnet sein, diesen jederzeit vertreten zu können und selbst die Amtsgeschäfte zu übernehmen. Die meisten haben immerhin einen eigenen Geschäftsbereich. Und die meisten „nebenbei“ noch einen normalen Beruf. Wer und wie sind sie, unsere Beigeordneten?