Handball
HSG Eckbachtal II: Verbandsliga als Sprungbrett für Talente
Die Saison war nicht einfach. Die Mannschaft wurde neu aufgebaut, gleich zu Beginn der Runde verletzten sich mehrere Spieler. Trainer Rainer Schantz musste in den 15 Liga- und vier Pokalspielen das Team immer wieder neu formieren, setzte insgesamt 37 Spieler ein.
„Eigentlich war der Aufstieg fast unmöglich“, blickt Schantz auf turbulente Monate zurück. Nachdem ein großer Teil des vorherigen A-Klasse-Teams zugunsten eines Neuaufbaus in die Dritte Mannschaft gewechselt war, musste das Team neu formiert werden. Viele Spieler kommen wegen Studium oder Ausbildung nicht regelmäßig zum Training. Deswegen sollten von Anfang an auch die Jungs aus dem A-Jugend-Oberligateam integriert werden. Die Vorbereitung lief gut, in den Trainingsspielen zeigte die Mannschaft auch gegen höherklassige Teams gute Leistungen.
„Aber wir haben mit dieser Mannschaft nicht die Runde gespielt“, sagt Schantz. Nach und nach fielen die Spieler aus. Nicolas Flörchinger ging für ein halbes Jahr zum Studium nach Norwegen. Mit Till Noack, Stefan Groni, Tobias Gödert und Jan Wiedemann verletzten sich in den ersten Saisonspielen wichtige Rückraumspieler zum Teil schwer.
Auch schwierige Situationen gemeistert
Dann sollten einige Spieler aus der Ersten Mannschaft in der A-Klasse Spielpraxis sammeln. Sie mussten sich zwar erst mal einspielen, aber dann konnten Nikolas Räuber, Fabian Quandt, Timo Kuzik oder Daniel Hörner viel für die HSG II tun. Rene Kemeter wechselte gar ganz in die Zweite. Wenn auch die A-Jugendspieler verhindert waren, halfen nur noch gelegentlich aktive Spieler aus.
Trotz der ungünstigen Voraussetzungen fand sich die Truppe zusammen. Schantz und Betreuer Dirk Flörchinger ist es gelungen, aus den einzelnen Grüppchen eine Mannschaft zu formen. „Wir haben versucht, die Jungs bei Laune zu halten“, betont Schantz. Dadurch seien Spieler auch mit weniger Einsatzzeit wegen der sozialen Komponente gern und häufig im Training gewesen. So hat das Team auch schwierige Situationen gemeistert. Beispielsweise im Herbst als nicht nur die beiden wichtigen Spiele gegen die SG Lambsheim-Frankenthal und die Nordpfälzer Wölfe der HR Göllheim-Eisenberg-Asselheim-Kindenheim, sondern auch das Pokalhalbfinale gegen den TV Thaleischweiler verloren gingen. Aber: „Gleich am nächsten Tag im Spiel gegen Mutterstadt-Ruchheim haben wir den Schalter wieder umgelegt“, berichtet der Trainer. Die Gekkos siegten mit 40:27.
Sieg gegen Mitfavorit als Höhepunkt
Höhepunkt der Hinrunde war im November das Spiel gegen Mitfavorit TSG Friesenheim III vor toller Kulisse in der vollen Freinsheimer Halle. Nach einem Vier-Tore-Halbzeitrückstand siegte die HSG mit 32:26. Doch der Rückschlag folgte. Kurz vor Weihnachten gab es eine überraschende Niederlage gegen den TB Assenheim. Ab Januar verlor die Mannschaft aber keine Partie mehr. „Aus unserer Sicht überragend war das Spiel gegen Frankenthal, wo wir nicht nur einen Zwei-Tore–Rückstand aufgeholt, sondern noch den Sieben-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel aufgeholt haben“, schwärmt der Coach. Denn bei Punktgleichheit zählt der direkte Vergleich aus beiden Spielen. Wichtig sei in dieser Phase Karsten Keiser gewesen. Mit seiner Erfahrung konnte der 39-jährige Routinier die junge Mannschaft unterstützen. Da nur eine Woche später die Nordpfälzer Wölfe geschlagen wurden, waren die „Gekkos“ wieder im Rennen um den Aufstieg.
Oft habe Arthur Schalk den Unterschied gemacht, lobt der Trainer den Mittelmann. Er habe zwar selten trainieren können und sei dadurch wenig in die Spielkonzeptionen eingebunden, habe aber durch seine Individualität viel erreicht. „Er kann zwar einen Trainer manchmal in den Wahnsinn treiben, aber seine genialen Momente haben uns so manches Spiel gewinnen lassen.“ Schantz findet für viele Spieler Einzellob – ein Zeichen, wie wichtig alle für das gemeinsame Ziel waren.
Das große Saisonfinale um den Aufstieg gegen Friesenheim am vorletzten Spieltag fiel dem Lockdown zum Opfer. Zum Zeitpunkt des Abbruchs hatten die „Gekkos“ 24:6 Punkte und waren auf Platz zwei der Tabelle, einen Punkt hinter den Eulen (25:7). Um die Aufsteiger zu ermitteln, zog der Pfälzer Handballverband die Quotientenregel heran. Mit 160 Punkten war die HSG II damit Tabellenerster. Friesenheim III darf aufgrund der Härtefallregel mit aufsteigen.
Das Spielerkarussell dreht sich weiter
Der Aufstieg sei wichtig für die HSG sind sich Schantz und Flörchinger einig. „Für die jungen Spieler ist die Verbandsliga ein größerer Ansporn als die A-Klasse. Sie können sich besser für die Erste Mannschaft präsentieren“, sagt Schantz. Damit soll die Zweite ein Sprungbrett für das Oberliga-Team sein.
Dabei dreht sich das Karussell der Zu- und Abgänge schon wieder. Manch einer zieht zum Studium weg oder pausiert wegen der Ausbildung. Elf Spieler rücken aus der A-Jugend hoch, es gibt weitere Neuzugänge. Auch der Trainer wechselt, Bruno Caldarelli hat übernommen. „Ein erfahrener Trainer“, lobt Schantz, der seine Ideen und Konzepte einbringen und seinen Kollegen unterstützen, sich aber auch um die Vierte Mannschaft kümmern wird. Die wurde für die B-Klasse nachgemeldet, damit alle Spieler aus dem großen Kader genügend Spielmöglichkeiten bekommen.
Das Ziel für die Verbandsliga wird zunächst ein Mittelplatz sein. Schantz weiß um starke Gegner in der Liga, denkt aber auch, dass die „Gekkos“ die Klasse auf jeden Fall halten werden. Saisonbeginn ist nach derzeitigem Planungsstand der 3. Oktober.