Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Holzweg wird über mehrere Jahre zur Großbaustelle

Die Fahrbahn im Holzweg ist sanierungsbedürftig. Außerdem müssen Versorgungsleitungen erneuert werden.
Die Fahrbahn im Holzweg ist sanierungsbedürftig. Außerdem müssen Versorgungsleitungen erneuert werden.

Im Grunde muss der Holzweg neu gebaut werden. Wann genau die Arbeiten beginnen, ist allerdings offen. Bereits in der Vorplanung kristallisiert sich ein Knackpunkt heraus.

Der Holzweg ist eine wichtige Verbindung zwischen dem Ortsteil Seebach und der Innenstadt. Die Fahrbahn ist seit Jahren in schlechtem Zustand, vor allem aber müssen Kanalwerk und Stadtwerke zwischen Amtsplatz und Schützenstraße sämtliche Versorgungsleitungen erneuern, darunter die Gashauptleitung. Gleichzeitig soll die Straße ausgebaut und neu gestaltet werden.

Das zusammen erfordert eine detaillierte Vorplanung, die Bauamtsleiter Steffen Wietschorke nun im Bauausschuss vorstellte. Dabei handele es sich um einen „ersten Aufschlag“, der im weiteren Verlauf der Planungen mit den Anwohnern und den städtischen Gremien abgestimmt werde, ordnete Bürgermeisterin Natalie Bauernschmitt (CDU) ein. Die Stadtwerke sähen auf dem 600 Meter langen Abschnitt dringenden Handlungsbedarf, betonte Wietschorke.

Die Arbeiten sollen in drei Abschnitten erfolgen, die gesamte Bauzeit beziffert die Stadtverwaltung auf zwei bis drei Jahre. Begonnen werden soll zwischen Amtsplatz und Richard-Wagner-Straße. Wie Wietschorke verdeutlichte, müssten provisorische Leitungen verlegt werden, um die Anwohner während der Bauphase mit Gas, Strom und Wasser versorgen zu können.

Straße wird umgestaltet

Verändern wird sich auch die Gestaltung der Straße selbst. Die Aufenthaltsqualität sei verbesserungswürdig, die Kreuzungen im oberen Bereich könnten besser gestaltet werden und eine Begrünung sei nicht existent. Derzeit sei die Fahrbahn 6,10 Meter breit, nach der Umgestaltung soll die Breite zwischen 4,50 Meter und 5,30 Meter liegen. „Eine Begegnung von Bus und Pkw muss möglich sein“, so Wietschorke. Geparkt werden soll weiterhin nur auf der Südseite, der Gehweg an der Nordseite soll auf 2,20 Meter verbreitert und als Schulweg kenntlich gemacht werden. Die Parkbuchten sollen laut dem Entwurf baulich abgesetzt werden.

Das führt allerdings zum Verlust von Parkplätzen: Die Verwaltung zählt derzeit 56 Parkplätze auf dem 600 Meter langen Abschnitt, die alle genutzt würden. Sollten noch Bäume gepflanzt werden, würden am Ende etwa 30 Parkplätze übrig bleiben.

Bäume oder Parkplätze?

Auf Nachfrage von Alexander Hanke (CDU) sagte Wietschorke, dass beim Verzicht auf Bäume etwa 13 weitere Parkplätze entstehen könnten. „Wir erhöhen durch den Ausbau den Parkdruck“, sagte Hanke. Er würde für Parkplätze plädieren. „Wenn es die Möglichkeit gibt, sollten wir auch begrünen, gerade mit Blick auf die Erwärmung“, sagte dagegen Ralf Lang (SPD). Walter Schubert (FDP) betonte, das Auto sei ein wichtiges Fortbewegungsmittel in der Gesellschaft. Gisela Hoffmann (CDU) erklärte, gerade im oberen Bereich stünden viele Einfamilienhäuser mit eigenen Parkmöglichkeiten, im unteren Bereich seien Parkplätze an der Straße wichtig. Es gelte, einen „guten Kompromiss zu finden“.

Axel Günther begrüßte für die FWG die Pläne und sprach sich dafür aus, die Bäume im Plan zu erhalten. Bei den Überlegungen gelte es, in Absprache mit dem Ortsbeirat die Seebacher Straße „konzeptionell hinzu zu ziehen“ und den Fahrradverkehr zu berücksichtigen. Armin Ulonska (Grüne), wies auf die Bedeutung von Stadtgrün für das Kleinklima hin. Der Einfluss der Bäume im Holzweg sei „marginal“, widersprach Hanke.

Auf Frage von Judith Hagen (Grüne) nach verlangsamenden Maßnahmen - im Holzweg gilt Tempo 30 - sagte Bauamtsleiter Wietschorke, er gehe nicht davon aus, dass nach dem Ausbau schneller gefahren werden als derzeit. Radfahrer könnten auf der Straße mitfahren. Die Frage nach den Bäumen werde im weiteren Planungsprozess entschieden.

Im Haushalt 2025 stehen 400.000 Euro für den Holzweg-Ausbau. Doch das reicht nicht: Wie Wietschorke sagte, habe das mit dem Entwurf beauftragte Büro eine erste Kostenschätzung über zwei Millionen Euro vorgelegt. Hinzu kommen die Kosten für die Stadtwerke. Finanziert wird der Ausbau über Wiederkehrende Beiträge sowie den Anteil der Stadt. Bei zwei Enthaltungen wurde der Vor-Entwurf angenommen, der nun der weiteren Planung zugrunde liegt. Gespräche mit Anwohnern und den Stadtwerken soll es im ersten Halbjahr geben. Auch mit dem Seebacher Ortsbeirat wird laut Bauernschmitt gesprochen.

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