Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Hochpreisige Weine probiert

Großes Interesse: Bei Weinliebhabern kam das neue Angebot sehr gut an.
Großes Interesse: Bei Weinliebhabern kam das neue Angebot sehr gut an.

Erstmals präsentierte der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) der Pfalz den Endverbrauchern die „Ersten“ und „Großen Lagen“ aus dem Anbaugebiet. Das hatte einen besonderen Grund und die Verantwortlichen zeigten sich überrascht über das große Interesse.

In den Räumen des traditionsreichen Weingutes Fitz-Ritter, einem der Gründungsmitglieder des Verbandes, hatten die 27 Pfälzer VDP-Betriebe Riesling, Weiß- und Spätburgunder der Jahre 2022 und 2021, aber auch einige gereifte Weine für die Besucher zum Verkosten parat. „Ich bin überrascht über diese tolle Resonanz. Damit hatte ich nicht gerechnet“, freute sich Jan Eymael. Mit 275 Besuchern war die Premiere seit Wochen ausverkauft. Der Önologe und Betriebsinhaber des Weingutes Pfeffingen – neben den Betrieben Fitz-Ritter und Karl Schäfer eines von drei Dürkheimer VDP-Weingütern – machte auch eine neue Erfahrung. „Das Publikum wird immer jünger. Es freut uns, dass sich noch mehr jüngere Menschen für die Weine aus den Toplagen interessieren und hierfür etwas ausgeben.“

Es waren diesmal die eher hochpreisigen Weine der „Ersten“ und der „Großen Lagen“, die bisher dem Endverbraucher in einer Verkostungsreihe noch nicht vorgestellt wurden. „Ich glaube, das ist ein richtiger Schritt, diese Weine auch mal zu zeigen“, so Eymael. Mit den „Großen Lagen“ vom Ungsteiner Herrenberg mit seinen Kalksteinböden und der „ersten Lage“ vom Ungsteiner Nussriegel, wo der Boden durch Buntsandstein und teilweise sandigen Lehm geprägt ist, hatte Eymael gleich vier Weine der Rebsorten Riesling und Weißburgunder mitgebracht. Sein Kollege und Hausherr Johann Fitz hatte mit dem Fuchsmantel und der Monopollage Abtsfronhof bei den „Ersten Lagen“ sowie dem legendären Michelsberg neben dem Herrenberg noch eine weitere Dürkheimer „Große Lage“ zum Probieren dabei.

Mit Wiedererkennungswert

Im Mittelpunkt stand das Terroir. „Der Begriff ist sehr umfassend. Es ist nicht nur der Boden, das Mikroklima und die Topgraphie, sondern auch die Arbeitsweise des Winzers“, erläuterte Johann Fitz. „Und gerade beim Riesling, dem Weiß- und Spätburgunder werden diese Besonderheiten herausgearbeitet“, fügte er hinzu. Das unterstrich auch Hansjörg Rebholz, der Vorsitzende des VDP Pfalz. „Das Terroir ist der Wiedererkennungswert für charaktervolle Weine und für einen bestimmten Ursprung“, betonte er. Während fast alle Betriebe, edle Tropfen der „Ersten“ und „Großen Lagen“ zum Verkosten anboten, hatte Andreas Sieben (Weingut Siben Erben) bis auf den legendären Reiterpfad mit Grainhübel, Kalkofen, Kieselberg, Langenmorgen und Ungeheuer diesmal alle „großen Lagen“ um Deidesheim zur Verkostung mitgebracht. „Mir ist es wichtig, dem Endverbraucher bei der Verkostung die Unterschiede der herkunftsgeprägten Weine spüren zu lassen“, sagte Sieben. Dass die Weißweine des Jahrgangs 2022 für viele Genießer noch zu jung sind, daraus machte er kein Geheimnis und fand dafür auch Zustimmung. „Es ist auch eine Frage des Anlasses“, brachte es Rebholz auf den Punkt. Einen Vergleich dazu bot Florian Werner, der Vertriebsleiter des Weingutes Münzberg Gunter Keßler in Godramstein. Er brachte einen Weißen Burgunder aus der Lage Schlangenpfiff der Jahrgänge 2022 sowie 2018 zum Ausschank. Auch nach fünf Jahren war die Frische und Mineralität deutlich spürbar. „Deshalb gibt es Weingenießer, die ihre Weine jetzt kaufen und auch noch einige Jahre lagern“, sagte Rebholz. Allzu große Mengen sind in den Betrieben nicht mehr vorhanden. Die Top-Weine des VDP sind gefragt.

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