Bad Dürkheim Hochkaräter zum Jahresabschluss

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Mit Volker Strifler hat sich die Elville Blues Band am Donnerstag einen ebenso hochkarätigen wie würdigen Gast zum Jahresabschlusskonzert ihrer monatlichen Bluessession in der Ellerstadter Weinstube Ultes eingeladen.

Strifler ist im Raum Heidelberg aufgewachsen, lebt aber seit 30 Jahren in den USA und wohnt in Santa Rosa/Kalifornien. Dort ist er hauptsächlich als Gitarrist der berühmten Robben Ford Band bekannt und hat sich in der Vergangenheit die Bühne unter anderem mit B. B. King, Elvin Bishop oder Lowell Fulson geteilt. Wie immer kurz vor Weihnachten befindet er sich derzeit auf Verwandtenbesuch in Deutschland, und nimmt dabei die Gelegenheit wahr, wieder einmal mit seinen alten Freunden aus der Pfalz zu jammen. Strifler unterhält sowohl in den USA als auch in Europa eine Band unter eigenem Namen und hat von letzterer gleich noch den Karlsruher Bassisten Claus Bubik mit nach Ellerstadt gebracht. Die Elville Blues Band, bestehend aus Marion La Marché (Gesang, Querflöte), Tom Schaffert (Gitarre), Tom Karb (Keyboards), Michael „Bonnie“ Batzler (Bass) und Sam Sommer (Schlagzeug), darf sich aber nicht nur über die beiden, sondern sogar noch über einen weiteren Kollegen freuen, der von Walldorf aus angereist war, um bei der Session dabei zu sein: Michael „Stoney“ Steiner am Saxophon. Das erste Stück des Abends, „Never make your Move too soon“, präsentiert die Elville Blues Band noch allein, doch schon bei der nächsten Nummer „Let’s start again“ sorgt „Stoney“ Steiner für dichteren Sound. Seinen großen Auftritt soll er aber erst später noch haben, als er unter viel Beifall zu Cannonball Adderlys „Mercy, Mercy“ zeigt, was man alles aus einem Saxophon herausholen kann – wenn man es denn kann. La Marché beweist ihre außergewöhnliche Klasse beim Aretha-Franklin-Klassiker „Dr. Feelgood“. Die Wieslocherin singt einfach in einer anderen Liga, verfügt über ein unglaubliches Stimmvolumen. Sie gibt jedem Stück, das sie singt, soviel Emotionen mit, dass Gänsehaut-Feeling beim Publikum stets garantiert ist. „Mein Ziel ist es, Zuhörern das Gefühl zu geben, dass sie etwas hören, was sie sonst nirgendwo anders zu hören kriegen“, hat Strifler einmal gesagt und entsprechend motiviert geht er auch ans Werk. Mit seiner Eigenkomposition „Going to Brownsville“ legt er los. Nach diesem tollen Einstieg lässt er mit „Wait a Minute“ einen stampfenden Boogie folgen, um sich danach mit seiner Gitarre auf einen Dialog mit Stoneys Saxophon einzulassen. Seine gesanglichen Qualitäten kommen besonders bei „Sometimes I wonder“ zum Tragen, und dass er auch Hank Marvin von den Shadows nicht abgeneigt ist, fällt beim Instrumental „Constantine“ besonders auf. Die zweite Hälfte zeigt wieder eine La Marché in Topform, die zunächst mit einer Macy-Gray-Version von Stevie Wonders „Superstition“ und einer Interpretation von „Locomotive Breath“, bei der sie auch auf der Querflöte spielt, zu überzeugen weiß. Im Anschluss kommt Strifler zu seinem zweiten Set auf die Bühne zurück und bringt nun auch Claus Bubik zum Einsatz, der für zwei Songs den Bass vom ebenfalls hervorragend agierenden „Bonnie“ Batzler übernimmt. Bubik gibt der Strifler-Komposition „Redemption“ eine Menge groovige Karibik-Atmosphäre mit und treibt mit dem solide und zuverlässig auftretenden Schlagzeuger Sam Sommer zu „Heard it on the News“ den Rest der Band zu Höchstleistungen an. „I smell Trouble“ und der Texas-Blues „Movin’ on“ sollen den offiziellen Teil des Auftritts der Elville Blues Band mit Volker Strifler eigentlich beenden, doch das lässt das aus dem Häuschen geratene Publikum nicht zu. Die Zugabe: „Don’t let the green Grass fool you“.

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