Bad Dürkheim
Hitzewelle: Trinkwasserbrunnen laufen auf voller Last
Für das Dürkheimer Stadtgebiet gibt Stadtwerke-Chef Peter Kistenmacher Entwarnung. „Es gibt keine Engpässe“, erklärt er. Selbstverständlich sei der Verbrauch derzeit deutlich höher als etwa im Frühjahr. So habe der durchschnittliche Tagesbedarf der Kunden von Januar bis März bei 3500 Kubikmeter gelegen, während er in den ersten Augusttagen durchschnittlich 5900 Kubikmeter betrage. „Am 7. August war es mit 7100 bisher am meisten“, berichtet er. Also mehr als doppelt so viel wie an einem normalen Februartag 2020. Aber eine Knappheit, in deren Folge die Dürkheimer sich etwa die tägliche Wasserration bei der Feuerwehr abholen müssten, wie das in manchen Kommunen bereits der Fall ist, drohe momentan nicht. „Unsere Brunnen laufen auf voller Last, wir sind allerdings in tieferen Grundwasserschichten unterwegs, die nicht so schnell erschöpft sind“, erläutert Kistenmacher. Die beiden Hauptbrunnen befinden sich im Gewerbegebiet Bruch und am Isenachweiher. Sie sind es, die die Stadt hauptsächlich mit dem lebenswichtigen Nass versorgen. Daneben unterhalten die Stadtwerke aber noch viele kleinere Brunnen. „Sollte also mal einer ausfallen, haben wir genügend Reserve“, beruhigt Kistenmacher.
Sparsam mit wertvollem Nass umgehen
Es müsse aber jedem bewusst sein, dass er Grundwasser entnehme, das irgendwie auch wieder nachgefüllt werden müsse. Vor allem durch Regen. Falle längere Zeit keiner, könne sich das zeitversetzt irgendwann bemerkbar machen. Deswegen sei ein sparsamer Umgang mit der wertvollen Ressource immer gut, so Kistenmacher.
Bei den Stadtwerken Wachenheim ist den Verantwortlichen selbst während der momentanen Hitzewelle nicht bange. Die Abnahmemenge sei natürlich deutlich höher. „Aber wir haben aktuell genügend Wasser, uns drohen keine Rationierungen“, sagt Werkleiter Dieter Panzer. Wachenheim befinde sich in der glücklichen Lage, dass die Wasserversorgung auf drei Standbeinen steht: den acht Quellen im Burgtal, den zwei Tiefbrunnen am Riedbrunnen und der Verbundleitung mit Neustadt und Deidesheim. Benötigten die Kunden noch im Mai täglich etwa 1000 Kubikmeter, seien es jetzt im Sommer durchschnittlich rund 1500 Kubikmeter, ergänzt der Technische Leiter Meik Erich. Im Juli habe der Verbrauch zehn Prozent über dem Vorjahreswert gelegen. „Am 4. August, dem bisher heißesten Tag, betrug der Tagesverbrauch 1779 Kubikmeter“, informiert er. Sein Fazit: „Unsere Behälter sind gut gefüllt. Es läuft.“
Pumpen laufen rund um die Uhr
„Klar, bei diesem Wetter sind wir am Anschlag“, teilt Stefan Dachsteiner, Leiter der VG-Werke Freinsheim, mit. Die Pumpen im Bobenheimer Krumbachtal liefen jedoch rund um die Uhr, obwohl sie eigentlich auch mal eine Ruhepause bräuchten. Solange in dem komplexen System aus Brunnen, Wasserwerken, Hochbehältern und Leitungsnetz alles weiter einwandfrei funktioniere, sei die Lage stabil. Weiteres entscheidendes Kriterium: Dass sich die Hochbehälter, die als Zwischenspeicher dienen, in der Nacht wieder füllen. „Passiert das nicht mehr, haben wir noch einen gewissen Vorlauf, um auf den dann drohenden Engpass zu reagieren“, erläutert er. Damit es erst gar nicht so weit kommt, „haben wir im Amtsblatt an die Bürger appelliert, sparsam mit dem Trinkwasser umzugehen und zum Beispiel auf das Befüllen von Pools zu verzichten“, sagt Dachsteiner.
Die VG-Werke beziehen Trinkwasser auch über die Notverbundleitung nach Lambsheim vom Wasserzweckverband Friedelsheimer Gruppe. „Das sind zirka 20 Kubikmeter in der Stunde und meistens über Nacht, um die Behälter vor allem im östlichen Bereich der Verbandsgemeinde wieder aufzufüllen“, berichtet Dachsteiner.
Es darf nichts ausfallen
Bei der Friedelsheimer Gruppe selbst läuft ebenfalls alles am Anschlag. „Wenn die Technik weiter funktioniert, können wir die Hitzephase schaffen“, erklärt Werkleiter Wilfried Weber. Aktuell sei die Lage daher zwar angespannt, aber stabil. „Wenn heute allerdings eine Pumpe oder ein Brunnen ausfällt, kann das ganz schnell anders aussehen“, gibt er zu bedenken. Es seien zwar Ersatzteile vorrätig, doch eine solche Pumpe auszutauschen, dauere ein bis zwei Tage. Entscheidend auch hier: Dass sich die Behälter über Nacht wieder füllen.