Bad Dürkheim Hilfe bei Behördengängen und Arztbesuchen

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„Die Menschen, die jetzt da sind, denen muss man helfen“, sagt Mechthild van Hauth. Die Flüchtlingsunterkunft in Wachenheim ist ganz in ihrer Nähe, da sei es für sie selbstverständlich, etwas beizutragen und die Menschen hier willkommen zu heißen. Im Dezember 2014 vermittelte sie eine Freundin, die aus Hongkong zurückgekehrt war, als ehrenamtliche Deutschlehrerin. Sie selbst hat erst mal nur beobachtet, bis sie im letzten Herbst bei der Flüchtlingshilfe eingestiegen ist. Van Hauth ist individualpsychologische Beraterin und gibt Workshops für Frauen und Mädchen über den weiblichen Körper. Als Freiberuflerin ist sie zeitlich flexibel und kann auch mal einspringen, wenn bei den Ehrenamtlichen jemand ausfällt. Zu ihren Aufgaben zählen die Begleitung zu Behördenterminen und Arztbesuchen und demnächst die Betreuung der neu geschaffenen Spiel- und Lernwerkstatt. Eine wichtige Gemeinschaftsaufgabe sei der montägliche Flüchtlingsstammtisch. Dort ginge es lebhaft zu wie auf einem orientalischen Basar mit vielen Sprachen und Nationalitäten. Sie könne jedem empfehlen, da mal vorbeizukommen. Sich selbst nimmt die 56-Jährige nicht so wichtig, da gebe es Leute, die mehr helfen als sie. Die Flüchtlingshilfe sei total vielseitig. Jeder bringe sich nach den eigenen Fähigkeiten ein. Sei es die Vorbereitung der Zimmer oder das Begrüßen der Neuankömmlinge, die Hilfe bei der Anmeldung zur Schule oder das Reparieren gespendeter Fahrräder. Manchmal gilt es auch, Streitigkeiten unter den Asylsuchenden zu klären oder einfach Hilfe im Alltag zu geben. Als es im letzten Oktober ständig regnete, fiel Mechthild van Hauth ein, dass eine befreundete Café-Besitzerin immer Schirme übrig hat, die von Gästen dort vergessen werden. Die konnte sie für die Flüchtlinge mitnehmen, „eigentlich ’ne Kleinigkeit, aber die kann das Leben erleichtern“, erzählt van Hauth. Der Gedanke, was man machen kann, begleite sie ständig. Manches ist so naheliegend. Sie hat eine katholische Frau aus Syrien zum Gottesdienst mitgenommen. Dort fühlte sich die Syrerin sofort wohl. Ein besonderes Erlebnis hatte Mechthild van Hauth kurz vor Weihnachten, als eine muslimische Asylbewerberin vor ihrer Haustür stand. „Weil sie weiß, dass Weihnachten ist, bringt sie mir ’ne Riesenschachtel Pralinen, um sich auf dem Wege zu bedanken. Das war so eine tolle Geste!“ Aber es gebe auch bedrückende Erlebnisse. „Jemand hat mir von einer Verwandten erzählt, einer Ärztin aus Aleppo, die ist auf der Flucht ertrunken. Wenn die Not ein Gesicht bekommt, geht es einem sehr nahe.“ Darum wünscht sie sich, dass die Menschen bereit sind zu helfen, jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten. Man müsse den Mut haben, auf sie zuzugehen. (kpe) Zur Sache Die Serie Parallel zum RHEINPFALZ-Report „Asyl vor Ort“ stellen wir in loser Folge Menschen vor, die sich bei uns als Paten oder anderweitig für Flüchtlinge engagieren.

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