Bestseller im Februar RHEINPFALZ Plus Artikel „Hard Land“: Gefühlswelt eines Heranwachsenden

Bis vor Kurzem mussten Buchhändler ihre Ware noch verschicken oder zur Abholung bereit legen. Jede Lockerung ist ihnen nun willk
Bis vor Kurzem mussten Buchhändler ihre Ware noch verschicken oder zur Abholung bereit legen. Jede Lockerung ist ihnen nun willkommen.

Top-Seller war im Februar in beiden Dürkheimer Buchhandlungen T.C. Boyles neuer Roman „Sprich mit mir“. Daneben sind das Sachbuch „DIE RHEINPFALZ – 1945 bis 2020“, der neue Roman von Benedict Wells „Hard Land“ und der Krimi „Die 7. Zeugin“ von Michael Tsokos zu entdecken.

Angesichts des Lockdowns lief das Geschäft in beiden Buchläden zufriedenstellend bis schleppend. Auf die ab sofort geltende Öffnung nach Terminabsprache reagieren die Buchhändler abwartend optimistisch.

Vorgestellt sei hier der neue Roman „Hard Land“ von Benedict Wells, der bei Frank vielgefragt war. In dieser Coming-of-Age-Geschichte lässt der Autor die 1980er Jahre unter anderem mit Filmen wie „Breakfast Club“ und „Stand by me“ sowie mit Songs lebendig werden. Ich-Erzähler ist der 15-jährige Sam, der in Grady, einem konservativen Ort in Missouri, aufwächst, ein Außenseiter, der unter Panikattacken leidet und ein problematisches Verhältnis zu seinem Vater hat. Als wäre das nicht genug, erlebt er hautnah die fortschreitende Krebserkrankung seiner Mutter mit. Eine Wendung nimmt sein Leben, als er in den Ferien einen Job in einem Kino annimmt. Dort lernt er eine Clique kennen, in der er sich ganz unerwartet gut aufgehoben fühlt – und er verliebt sich in Kirstie ...

Gedichtband als Buch im Buch

Sehr authentisch lässt Wells die Probleme und Gefühle des Heranwachsenden, seine Ängste, Trauer und Hoffnung lebendig werden. Als Buch im Buch blendet er „Hard Land“, den Gedichtband eines fiktiven Autors ein, den die Schüler als Lektüre lesen und der ebenfalls eine Coming-of-Age-Geschichte thematisiert.

Die Geschichte seiner eigenen Familie hat Benedict Wells zu einer erstaunlichen Entscheidung veranlasst. Der 1984 in München geborene Sohn von Richard von Schirach und Enkel des Reichsjugendführers Baldur von Schirach beschloss nach dem Abitur, seinen Namen amtlich ändern zu lassen. Mit dieser Handlung, die er 2017 in dem Statement „In eigener Sache“ belegte, beabsichtigte er, sich von der politischen Vergangenheit seiner Familie zu distanzieren.

Hommage an John Irving und Homer Wells

Wells ist also kein Pseudonym, sondern der Name, den er als Hommage an John Irving und Homer Wells, den Protagonisten des Romans „Gottes Werk und Teufels Beitrag“, annahm. Durch Irving zum Schreiben inspiriert, veröffentlichte er seine Romane „Spinner“, „Becks letzter Sommer“, „Vom Ende der Einsamkeit“. Wells, der in Berlin und Bayern lebt, erhielt unter anderem den Bayerischen Kulturförderpreis und den Literaturpreis der Europäischen Union.

Hervorgehoben sei zudem Jens Rostecks Biografie „Joan Baez – Porträt einer Unbeugsamen“, die im Buchmarkt erfolgreich lief. Sie kann als Retrospektive, aber auch als Einstieg in die abenteuerliche Lebensgeschichte der Sängerin gelesen werden, die sich als Politikerin versteht und die kürzlich 80 Jahre wurde. Kenntnisreich und einfühlsam schildert der Musikwissenschaftler und Biograf das außergewöhnliche Leben dieser Frau, die als Galionsfigur der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und Gegenkultur berühmt wurde. In den Krisenherden der Welt protestierte die Weggefährtin von Bob Dylan gewaltfrei gegen die Kriege in Vietnam und im Irak sowie zuletzt gegen Präsident Donald Trump. Unvergessen und zeitlos aktuell ist ihre Hymne „We Shall Overcome“, mit der sie gewaltlos die Gesellschaft verändern wollte.

Bestseller

Buchmarkt

1. T.C. Boyle: Sprich mit mir

2. Jens Rosteck: Joan Baez –

Porträt einer Unbeugsamen

3. Michael Garthe / Annette Weber (Hrg.): DIE RHEINPFALZ – 1945 bis 2020. Geschichte der Zeitung für die Pfalz

Frank

1. T.C. Boyle: Sprich mit mir

2. Benedict Wells: Hard Land

3. Michael Tsokos: Die 7. Zeugin

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