Bad Dürkheim Große Solidarität mit Familie nach Brand in Wachenheimer Wohnhaus

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Dem vierjährigen Jungen, der am Mittwoch aus einem brennenden Wohnhaus in Wachenheim gerettet werden konnte, geht es stetig besser. Das konnte Bürgermeister Torsten Bechtel nach einem Gespräch mit der Familie gestern mitteilen. Der Junge, der schlafend im Wohnzimmer lag, hatte durch die Rauchgase im brennenden Haus eine Kohlenmonoxidvergiftung erlitten. Möglicherweise darf er schon heute das Krankenhaus aber wieder verlassen, so Bechtel. Warum das Haus in der Straße „Am Hauenstein“ am Mittwochabend brannte, konnte gestern noch nicht ermittelt werden.

„Es ist eine große Solidarität da“, sagte Bechtel gestern Mittag. Zu diesem Zeitpunkt hatten einige Wachenheimer schon angeboten, ein Bobbycar oder Möbel an die Familie zu spenden, die durch den Brand so viel verloren hat. Die Familie könne die Spenden natürlich nicht lagern, so Bechtel. Die Verwaltung werde nun die Anfragen sammeln und der Familie eine Liste der möglichen Spenden zukommen lassen. Die Betroffenen, die momentan selbst keine Medienanfragen beantworten möchten, benötigten jetzt erst einmal Zeit und Ruhe, so Bechtel. Um beispielsweise Versicherungsfragen und Behördliches abzuwickeln. Die Familie, ein Elternpaar, ein Großelternpaar und zwei Kinder, hat sich aufgeteilt und ist bei Freunden untergekommen. Beim Brand konnte sich die Großmutter zunächst mit dem Geschwisterkind des Jungen ins Freie retten, dort begegnete sie einer gerade eintreffenden Polizeistreife. Ein 45-jähriger Beamter konnte den schlafenden Jungen aus dem Haus retten. Ohne Ergebnis musste gestern der Brandermittler der Kriminalpolizei Neustadt den Brandort wieder verlassen. „Er ist nicht weitergekommen“, sagte gestern ein Sprecher der Kripo. Für heute wird ein Brandsachverständiger erwartet. Die Ursache des Feuers, das am Mittwoch gegen 17.40 Uhr gemeldet worden war, wurde noch am gleichen Abend in der Küche des Hauses vermutet. Ob der Brand dort aber tatsächlich ausgebrochen ist, sei nach wie vor eine Mutmaßung und reine Spekulation, betonte der Sprecher der Kriminalpolizei gestern auf Anfrage. Auch die Familie ist nach Eindruck von Bechtel „ratlos“, was die Ursache anbelangt. Letzte Brandherde konnten noch am Mittwochabend vollständig gelöscht werden. Zur Sicherung des Gebäudes hatte die Wachenheimer Feuerwehr das Technische Hilfswerk (THW) aus Neustadt angefordert. Deren Schnelleinsatzgruppe verschloss Türen und Fenster des Hauses mit Holzplatten, um zu verhindern, dass sich Unbefugte Zutritt verschaffen. Als deren Einsatz gegen 22.30 Uhr beendet war, kontrollierte die Feuerwehr laut Verbandsgemeinde-Wehrleiter Marco Haag das Haus noch einmal mit Wärmebildkameras und stellte fest, dass alles in Ordnung war. Nach Angaben von Bechtel muss ein Statiker prüfen, ob das Gebäude gefahrlos betreten werden kann. Nach vorsichtigen Schätzungen der Polizei liegt der Sachschaden bei etwa 500.000 Euro, da das Haus wohl komplett zerstört ist. Der schwarze Qualm, der weithin nicht nur gut zu sehen, sondern auch zu riechen war, stellte für die Bevölkerung keine Gefahr dar. Beim Brand seien „normale Brandgase“ entstanden, so Haag. Das hätten die Messungen des Gefahrenstoffzuges des Landkreises ergeben, ausgewertet wurden diese Messwerte von der Ludwigshafener Feuerwehr. (jpl)

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