Bad Dürkheim Grüne Welle schwappt über Wachenheim

Großer Erfolg für die Grünen in der VG Wachenheim: Aus dem Stand schaffte die Partei den Einzug mit vier Sitzen in den Wachenheimer Stadtrat, fünf sind es im Verbandsgemeinderat.
„Wir freuen uns kolossal, wir sind total positiv überrascht über das Vertrauen“, sagt eine hörbar gut gelaunte Sonja Teschner gestern am Telefon. Die grüne Spitzenkandidatin zieht mit drei weiteren Grünen in den Wachenheimer Stadtrat. „Wir sind hochmotiviert“, sagt Teschner, die künftig auch im Verbandsgemeinderat sitzen wird. Die Mitglieder müssten sich nun erst einmal zusammensetzen und einen Plan machen. Für den Stadtrat hatte die Partei nach ihrer Aussage mit zwei Sitzen gerechnet – „und dann sind es vier – unbeschreiblich“. Zu einer möglichen Zusammenarbeit mit anderen Parteien will Teschner sich noch nicht äußern. Die Grünen seien offen für Gespräche. Die Partei hat aus ihrer Sicht auch von der bundesweiten „grünen Welle“ profitiert. In Wachenheim gebe es zudem viele grüne Wähler, die nun ihre Chance genutzt hätten. Gut Laune herrscht gestern auch bei Torsten Bechtel, der als Stadtbürgermeister am Sonntagabend wiedergewählt wurde. Zufrieden ist der CDU-Politiker aber auch mit dem Ergebnis seiner Partei im Stadtrat – auch wenn sie dort einen Sitz verloren hat. Das sei gemessen an früheren Zeiten „ein wirklich tolles Ergebnis, vor allem bei sechs Gruppierungen im Stadtrat“, sagt Bechtel. Seine Erwartungen habe das übertroffen. Mit dem Stadtrat in seiner neuen Zusammensetzung könne man „viele Chancen für Wachenheim nutzen“. Zwar ist Bechtel nicht für Koalitionen im Stadtrat, die es bislang auch nicht gibt, er sieht aber Möglichkeiten der Zusammenarbeit durch die neue Konstellation. Die CDU in Wachenheim sei die Partei, „die am meisten für den Klimaschutz gemacht“ hat. Daher sehe er Gemeinsamkeiten mit den Grünen. Auch über den Sitz der FDP habe er sich sehr gefreut. Wer in Wachenheim als Beigeordneter arbeiten wird, ist noch offen. Denkbar ist, dass Burkard Ort weitermacht. „Ich würde mich freuen“, sagt Bechtel. Auf VG-Ebene hat die CDU drei Sitze verloren. Bechtel sagt, er sei mit dem Ergebnis dennoch zufrieden. Hier sei die „Blockademehrheit“ gebrochen worden und es gebe „jetzt deutlich mehr Optionen und Chancen“. Einen Sitz im Stadtrat verloren hat die SPD. Jürgen Rohr ist daher nach eigener Aussage „ein bisschen enttäuscht“. Er attestiert seiner Partei eine gute Arbeit im Rat. Diese habe aber offenbar nicht nach außen gewirkt. Das Ergebnis für die Partei „hängt auch mit Berlin zusammen“, sagt er mit Blick auf das bundesweit schlechte Abschneiden der Sozialdemokraten. „Positiv ist nur, dass die CDU ihre Mehrheit nicht hat“, sagt er. Trotz des verlorenen Sitzes wolle er künftig intensiv für die eigene Philosophie eintreten und Mehrheiten suchen. Auch er strebe keine Koalition an. Den Verlust eines Sitzes im VG-Rat bewertet er ähnlich wie im Stadtrat. Auch hier habe die Bundespolitik hineingespielt. Die FWG bleibt im Stadtrat mit vier Sitzen und im Verbandsgemeinderat mit acht Sitzen vertreten.