Wachenheim
Gitarren-Duo in Wachenheim
Julia und Christian Zielinski sind zwei Künstler, die als Gitarren-Duo Artis bereits international mit großem Erfolg konzertierten und von der Fachpresse beste Kritiken erhielten. Am Sonntag verzauberten sie das Publikum mit ihrem ausdrucksstarken Spiel und schufen eine intime Atmosphäre in der protestantischen Kirche. Aus ihrem Programm „Meisterwerke auf zwei Gitarren“ stellten sie die Chaconne mit 21 Variationen G-Dur HWV 435 von Georg Friedrich Händel in einer von ihnen arrangierten Fassung vor. In andächtiger Stille verfolgten die Zuhörer die zart perlenden Töne, die das Duo in vollendeter Harmonie vortrug.
Dass ein Klavierwerk von Johann Sebastian Bach auch von zwei Gitarren herausragend interpretiert werden kann, überzeugte die Zuhörer beim „Capriccio sopra la lontananza del fratro dilettissimo“ (Capriccio über die Abreise des sehr geschätzten Bruders). Bei diesem mehrsätzigen Frühwerk (BWV 992) hat Bach programmatische Untertitel hinzugefügt. Lautmalerische Musik war seinerzeit sehr beliebt und verdeutlichte die verschiedenen Motive der Melodie. In den einzelnen Sätzen kommen so der Abschied der Freunde des Bruders und die eintreffende Postkutsche zum Ausdruck.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends waren Ausschnitte aus dem Programm „Danza del Fuego“ mit Werken zweier spanischer Komponisten. Isaac Albéniz begann seine Karriere im Alter von vier Jahren als Wunderkind am Klavier und führte ein bewegtes Leben. Er gilt als Begründer des spanischen Nationalstils, der folkloristische Elemente mit einem virtuosen Klaviersatz verbindet, von dem er sagte: „Es möge so klingen wie eine Gitarre“.
Albéniz komponierte mehrere Stücke, die an bekannte Regionen und Städte seiner Heimat erinnern wie Sevilla, Catalan, Aragon und Mallorca. Das Publikum erfreuten die unterschiedlichen Klangfarben der Gitarren von lieblich über lebhaft bis träumerisch, alle kunstvoll miteinander verwoben.
Voller Leidenschaft war die Auswahl der Stücke aus dem Bühnenwerk „El amor brujo“ (Der Liebeszauber) von Manuel de Falla von 1915. Sein musikalisches Konzept widmete sich einer „imaginären Folklore“. Der abschließende Danza ritual del Fuego (Ritueller Feuertanz) ist ein suggestives Nachtstück, in dem die Gitarren besonders zur Geltung kommen. Mit einem kurzen melancholischen Lied von Astor Piazolla als Zugabe verabschiedeten die beiden Gitarrenvirtuosen sich von einem restlos begeisterten Publikum.