Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Gewerbegebiet soll nachhaltiger werden

Im Gewerbegebiet Bruch schlummert großes Potenzial für erneuerbare Energien.
Im Gewerbegebiet Bruch schlummert großes Potenzial für erneuerbare Energien.

Im Frühjahr 2020 hat die Energiekarawane Dürkheimer Unternehmen einen kostenlosen Energiecheck angeboten. Das Ziel: Ihnen Wege zu einem energetisch effizienteren, klimafreundlicheren Betrieb aufzeigen. Nun wurden die Ergebnisse vorgestellt.

13 Unternehmen aus Bad Dürkheim – darunter fünf aus dem Gewerbegebiet Bruch – machten bei der Energiekarawane mit. Kern war ein kostenloser Energiecheck. Experte Christian Persohn präsentierte jetzt online die Resultate. In der Energiekarawane sah er ein gutes Instrument, den teilnehmenden Firmen Impulse zu geben, damit sie ihre Potenziale ausschöpfen.

So gebe es im Gewerbegebiet beim Thema Photovoltaik enorme Möglichkeiten: Viele derzeit noch ungenutzte Dachflächen könnten mit entsprechenden Modulen bestückt werden, um Sonnenenergie in Strom umzuwandeln und diesen unter anderem für Elektromobilität zu nutzen. Persohn spann diesen Gedanken auch gleich weiter: Denkbar wären zum Beispiel der individuelle Kauf von Fahrzeugen oder ein Fahrzeugpool kombiniert mit einem Carsharing-Modell – einschließlich einem möglichen Standort auf dem Hit-Parkplatz.

Power-to-X: Dieser englische Begriff bezeichnet Technologien zum Speicher oder anderweitigen Verwenden überschüssigen Stroms in Zeiten eines Überangebots variabler, erneuerbarer Energien wie der Solarenergie. Damit könnte zum Beispiel im Winter die Heizanlage unterstützt werden.

Großes Interesse an Beratungen

Generell hätten die mitwirkenden Firmen großes Interesse an Beratungen rund um Wärme, Kälte und sommerlichen Wärmeschutz gezeigt – zumal vor allem Letzterer in den nächsten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Auch über energetische Baumaßnahmen informierten sie sich. Mögliche Synergieeffekte zeigten die Experten zudem bei Wert- und Abfallstoffen auf.

Die Energiekarawane sei jetzt zwar abgeschlossen, aber das sei zugleich der Anfang eines neuen, übergeordnetes Projekts, hoben die beiden Dürkheimer Klimaschutzmanagerinnen Anja Balthasar und Jennifer May hervor. Dessen Ziel bestehe darin, das Gewerbegebiet Bruch und das Gewerbe allgemein nachhaltiger zu machen. Auf Grundlage des 2019 verabschiedeten Klimaschutzkonzepts der Stadt seien drei Maßnahmen von besonderer Bedeutung: Zunächst mit „EnergieProFit“ im Gewerbegebiet Synergien zwischen den dortigen Betrieben umsetzen und verfestigen. Dafür seien weitere Einzelberatungen und noch mehr Unternehmen nötig, die mitmachen.

Weitere Projekte geplant

Darauf aufbauend soll in einem zweiten Schritt ein energetisches Quartierskonzept erstellt werden. Und übergeordnet dazu eine „Solarstrategie Bad Dürkheim“ zu entwickeln, um das riesiges Dachflächenpotenzial für Solarenergie zu gewinnen. Nur so ließen sich die Klimaziele erreichen.

In den nächsten Monaten sollen nun auf die Dürkheimer Unternehmen zugeschnittene Projekte anlaufen. Auf diese Weise sollen auch die neben der Solarenergie vorhandenen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, damit es den Gewerbebetrieben gelingt, Energieverbrauch und -kosten sowie C02-Emissionen einzusparen.

Thomas Giel, Professor für Technische Gebäudeausrüstung und Technisches Gebäudemanagement an der Hochschule Mainz, formulierte vier Fragen, die helfen sollen, das richtige Energiekonzept für das jeweilige Gebäude auszuwählen: Wie sicher kann Energieversorgung künftig kalkuliert werden? Was wird zur Produktion benötigt? Welchen Mobilitätsbedarf erzeugt die Lage des Gebäudes? Wie viel Energieaufwand ist an der Arbeitsstelle jetzt und künftig erforderlich? Dabei werde deutlich, dass fossile Energieträger das große Risiko für die Zukunft seien und klimaneutrale Produktionsanlagen kein unternehmerisches Risiko, sondern eine Chance darstellen. Denn Energiekosten seien damit unabhängig von der jeweils herrschenden politischen Lage kalkulierbar und der Standort dadurch langfristig sicher.

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