BAD DÜRKHEIM / Wachenheim / Freinsheim
„Gewehr bei Fuß“ – Versorgungssicherheit in Zeiten von Corona
Für die Stadtwerke Bad Dürkheim berichtet Geschäftsführer Peter Kistenmacher, dass die Technikmannschaften für Gas und Wasser sowie Strom in jeweils zwei Teams aufgeteilt an verschiedenen Standorten untergebracht seien und sich im täglichen Arbeitseinsatz möglichst nicht begegneten. So sei auch der tägliche Bereitschaftsdienst zu jeder Zeit gewährleistet und die Versorgungssicherheit garantiert. Im Verwaltungsbereich seien die Büros zunächst nur mit jeweils einer Person besetzt gewesen, momentan sei unter Beachtung der Hygienevorschriften allerdings auch wieder eine Mehrfachbelegung der Räumlichkeiten zugelassen. Die restlichen Beschäftigten würden ihre Arbeiten im Homeoffice erledigen.
Der Geschäftsführer spricht seinen Mitarbeitern ein großes Lob aus und zeigt sich stolz darauf, dass sie in der Krise bis jetzt „einen super Job“ gemacht hätten. „Für April haben wir einen Rückgang des Stromverbrauches um 13 und für Mai ein Minus von sieben Prozent feststellen können“, informierte Kistenmacher, der diese Entwicklung mit dem Zurückfahren der gewerblichen Produktion und dem geringeren Verbrauch im Hotel- und Gastrobereich erklärt.
Spitzenlasten beim Wasserverbrauch
Die Versorgungssicherheit der Bevölkerung wird auch vom Leiter der Stadtwerke Wachenheim, Dieter Panzer, garantiert. Nur der Austausch der Strom-, Gas- und Wasserzähler sei derzeit auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden. Tiefbauarbeiten, wie Hausanschlüsse bei Neubauten, Wasserrohrbrüche und Ähnliches würden selbstverständlich planmäßig abgearbeitet und der Bereitschaftsdienst stehe jederzeit „Gewehr bei Fuß“. „Da wir zur kritischen Infrastruktur gehören, mussten wir an die Energieaufsicht, die bei der Landesregulierungsbehörde angesiedelt ist, Meldung machen, dass bei uns kein Schlüsselpersonal infiziert ist“, berichtet Panzer. Hinsichtlich der monatlichen Abschlagszahlungen habe man einigen Kundenwünschen, beispielsweise aus der Gastronomie, entsprochen, die Beträge zu reduzieren oder für einen gewissen Zeitraum zu stunden. Die Verbrauchswerte hätten sich insgesamt jedoch kaum verändert, beim Gas gab es einen Rückgang um vier Prozent, der Wasserverbrauch sei leicht gestiegen.
Für die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung in der VG Freinsheim sind die Verbandsgemeindewerke Freinsheim zuständig. Werkleiter Stefan Dachsteiner kann ebenfalls garantieren, dass alle erforderlichen Arbeiten und Reparaturmaßnahmen ordnungsgemäß und fristgerecht durchgeführt werden. Neben der Corona-Pandemie, die von seinen Mitarbeitern sowohl im privaten als auch im beruflichen Alltag das Einhalten aller notwendigen Hygiene- und Abstandsvorschriften abverlange, bereite dem Werkleiter die anhaltende Trockenheit der letzten Monate große Sorgen. Im April und Mai hätte man beim Wasserverbrauch Spitzenlasten gehabt, die deutlich über den Vorjahreswerten lägen. So flossen im Mai 30.000 Kubikmeter Wasser mehr durch die Leitungen als im Mai 2019 und erreichten einen Spitzenwert von 107.000 Kubikmetern.
Hoher Wasserverbrauch im April und Mai
„Aufgrund der klimatischen Veränderungen wird uns das sicherlich noch eine zeitlang beschäftigen“, befürchtet Dachsteiner und regt an, dass man beispielsweise beim Bewässern des Rasens etwas vorsichtiger zu Werke gehen könne.
Wilfried Weber ist Werkleiter der Friedelsheimer Gruppe, die für die Wasserversorgung der Ortsgemeinden Friedelsheim, Ellerstadt und Gönnheim der Verbandsgemeinde Wachenheim zuständig ist. Auch er konnte die Versorgungssicherheit und die Durchführung nötiger Baumaßnahmen, wie beispielsweise in der Bahnstraße in Ellerstadt, garantieren. Auch Weber hat beobachtet, dass der Wasserverbrauch extrem nach oben gegangen sei. „Im April und Mai hatten wir jeweils einen höheren Wasserverbrauch als im August 2019“, informiert der Werkleiter und erklärt dies auch damit, dass die Leute vermehrt im Homeoffice seien.