Freinsheim / Weisenheim am Berg
Gesperrte Bahnübergänge in Kirchheim sorgen für Verkehrschaos
Die Ortsmitte von Kirchheim ist in zwei Richtungen voll gesperrt: Am Samstag wurden die Bahnübergänge auf der Weinstraße Süd (Landstraße 516 Grünstadt – Bad Dürkheim) und auf der Kleinkarlbacher Straße (L520 Altleiningen – Großkarlbach) gleichzeitig mit rot-weißen Baustellen-Gittern verschlossen. Lediglich Fußgänger können bei geöffneter Schranke noch passieren und die Gleise überqueren.
Seither sieht man im Minutentakt Autos mit kopfschüttelnden Fahrern wenden oder rückwärts rollen, teilweise auch illegal durch die Absperrungen fahren. Denn die Gitter auf der L516 stehen versetzt, sodass Verkehrsteilnehmer dazu verleitet werden, das Zeichen „Verbot für Fahrzeuge aller Art“ zu ignorieren.
Anwohner berichten, dass die Deutsche Bahn vor ein paar Tagen eine Wurfsendung verteilt habe. In dem Schreiben wird ein sogenannter „Belastungsstopfgang“ angekündigt. Dabei wird neuer Schotter in das Gleisbett eingebracht. Die Schienenstränge und Weichen müssen dazu mit einer Grampmaschine geringfügig angehoben werden, sodass die Bahnschwellen mit Steinen unterfüttert werden können. Des Weiteren soll bei den „Nach-Bauarbeiten zur Errichtung des Kreuzungsbahnhofs“ am Asphalt gewerkelt werden.
Bahn will nachts arbeiten
Um den Zugverkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen, finden die Arbeiten in den Sommerferien und nachts statt. Angegeben ist der Zeitraum von Montag, 15. Juli, bis Sonntag, 21. Juli, werktags von 19 bis 4.45 Uhr, freitags von 20 bis 5.45 Uhr und Samstagnacht von 21 bis 6.40 Uhr. Weil das Gleisstopfen lärmintensiv ist, wird den Anwohnern in dem Brief angeboten, ins Victor’s Residenzhotel in Frankenthal auszuweichen, um dort ungestört schlafen zu können.
Für die Autofahrer sieht der Umweg nach einer Notiz im Amtsblatt folgendermaßen aus: Kleinkarlbacher Straße (L520) – Ortsumgehung (B271) – Weinstraße Nord (L516) – Kleinkarlbacher Straße beziehungsweise Weinstraße Süd (L516) – Ortsumgehung (B271) – Weinstraße Nord (L516) und Weinstraße Süd (L516) und umgekehrt.
Für die Autofahrer aus Weisenheim am Berg bedeutet die Sperrung ein weiteres Umleitungschaos. Denn die offizielle Umleitung für die wegen Frostschäden seit Januar gesperrte L522 zwischen Weisenheim und Freinsheim verläuft über Kirchheim (K1) sowie über Bissersheim (L520) und Großkarlbach (L455) nach Freinsheim.
Zugang nach Freinsheim erschwert
Durch die beiden Bahnsperrungen in Kirchheim wird der Zugang von dort nach Freinsheim erschwert, hinzu kommt die Sperrung zwischen Weisenheim am Sand und Lambsheim wegen des Ausbaus der L522, wodurch aus Richtung Osten nichts mehr geht. Wird ab Mittwoch die Hauptstraße in Herxheim am Berg wegen des Glasfaserausbaus gesperrt, fällt auch die inoffizielle Ausweichroute im Westen über Herxheim am Berg weg. Dies bedeutet, dass Freinsheim eigentlich nur noch über Großkarlbach, Erpolzheim, Kallstadt und Bad Dürkheim-Ungstein angefahren werden kann.
Gabi Gründling aus Weisenheim am Berg, die in Freinsheim ihren Marktschwärmer-Standort betreibt, klagt: „Ich habe eine Schwärmerin aus Worms, die findet den Weg gar nicht mehr nach Freinsheim.“
Schwierig wird es am Wochenende zum Freinsheimer Stadtmauerfest. Wer von Norden kommt, der muss sich vorher ganz genau überlegen, welche Route am besten geeignet ist, um ans Ziel zu gelangen. Auf den Zug umsteigen, bringt auch nicht viel, es sei denn, die Besucher nehmen den Schienenersatzverkehr in Kauf. Denn wegen der Bauarbeiten in Kirchheim verkehren auch keine Züge.