Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Gesicht(et): Mittler mit Flügeln

Das Portal in der Wachenheimer Bahnhofstraße stammt aus dem späten Barock.
Das Portal in der Wachenheimer Bahnhofstraße stammt aus dem späten Barock.

Der kindliche Engel blickt vom Portal eines Wachenheimer Anwesens herab. Als Mittler zwischen Himmel und Erde spielen die Gottesboten eine besondere Rolle – nicht nur zur Weihnachtszeit.

Weit zurück in die Kulturgeschichte reicht der Glaube an Engel als Schutzgeister. In der Kunst der Renaissance und des nachfolgenden Barock wurde das Motiv eines Schutzengels besonders beliebt. Auch an erhöhter Stelle wie über Tür und Tor wurden Engelswesen platziert, um zu wachen und zu behüten. Das dekorative Portal in der Bahnhofstraße von Wachenheim, wo das Engelsköpfchen zu finden ist, stammt aus dem späten Barock. Es gehört zum sogenannten Haus Rettinger. Während der nördlich angrenzende Hofbereich auf das Jahr 1618 zurückgeht, wurde 1736 das Wohnhaus mit dem Portal für den damaligen Burgverwalter und Oberschultheiß Goswin Eckard erbaut. Später wohnte hier die namengebende Familie Rettinger. Barocke Vorliebe für reiches Schmuckwerk zeigt sich im ausladenden Zugang des Hauses. Zurückliegende Sanierungsmaßnahmen an Portal und Freitreppe haben den historischen Charakter bewahrt. Den Engel im Scheitelstein des Torbogens umgeben florale Motive. Über ihm steht eine lateinische Inschrift. „Das Auge des einigen und dreieinigen Gottes wacht über allem“, lautet sie in der Übersetzung.

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