Wachenheim Gesicht(et): Mit Waage und Schwert

Symbol der Gerechtigkeit, den Blick unverhüllt: die Justitia vom Bürgerspital in Wachenheim.
Symbol der Gerechtigkeit, den Blick unverhüllt: die Justitia vom Bürgerspital in Wachenheim.

Justitia steht hoch über der Weinstraße in Wachenheim. Als Teil einer allegorischen Figurengruppe schmückt sie den Ziergiebel des repräsentativen Bürgerspitals aus dem 19. Jahrhundert.

Die personifizierte Gerechtigkeit gehört zum Quartett weltlicher Tugenden, von denen wir in unserer Serie schon zwei vorgestellt haben. Wie üblich, werden die Kardinaltugenden auch am Wachenheimer Bürgerspital als Frauengestalten dargestellt. Stufig gereiht stehen sie am Giebel und krönen den leicht vorgesetzten, mittleren Frontteil der Gründerzeit-Villa, den „Risalit“.

Den steinernen Figuren sind charakteristische Attribute beigegeben. Sie zeigen, um welche Tugend es sich jeweils handelt. Die Allegorie der Gerechtigkeit ist die zweite von links. In der linken Hand hält sie die Waage, wobei das Symbol des gerechten Abwägens und Zuteilens allerdings nicht mehr vollständig ist. Vom Waagbalken blieb noch ein Stück erhalten, während die beiden Waagschalen fehlen.

Gleichzeitig verkörpert Justitia die hart Richtende: In der rechten Hand hält sie das Schwert – ein Sinnbild für strafende Gerechtigkeit. Der Ausdruck ihres Gesichts ist dabei besonnen, und ihr offener Blick richtet sich aufmerksam in die Ferne.

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