Wachenheim
Gesicht(et): Ein „scheppes Maul“ als Hingucker
Schiefmäulig“ ist ein sinnverwandtes Wort für „missgünstig“ oder „neidvoll“. Und die Redensart „ein schiefes Gesicht ziehen“ will sagen, dass jemand mürrisch und griesgrämig dreinblickt. Einen schief verzogenen Mund hat dieses Gesicht allemal. Die Skulptur aus Sandstein, heute neben dem Wachenheimer Luisenbrunnen in der Weinstraße zu sehen, ist denn auch bekannt unter der rustikalen Bezeichnung „Scheppes Maul“. Dass verkrümmte und verzerrte Züge die Untugend des Neids verbildlichen, passt zur Funktion eines solchen Neidkopfes. Mit fratzenhafter Mimik sollte er böse Geister abschrecken. Dazu brachte man derartige Köpfe an gut sichtbaren Stellen an.
Architekt bewahrt das Bildwerk vor Verfall
Auch das „Scheppe Maul“ schaute ursprünglich von hoher Warte herunter. Als Torschlussstein krönte es die Einfahrt eines Anwesens in der Langgasse. Wie die Infotafel des Wachenheimer Kulturvereins erklärt, schuf der dort wohnende Steinmetz den Neidkopf vor rund 400 Jahren. Nachdem Wachenheim 1945 bombardiert worden war, bewahrte ein Architekt das Bildwerk vor dem Verfall.
Florale Motive und verspielte Schnörkel
Heute ist es wieder öffentlich sichtbar und zeigt außer dem schiefen Mund und hervorquellenden Augen interessante Details wie geschwungene Ornamente. So zieren florale Motive und verspielte Schnörkel den grotesken Kopf.