Bad Dürkheim
Gesicht(et): Adam und Eva in Wachenheimer Kirche
Zwei Menschengesichter, ein Schlangenkopf und eine folgenreiche Frucht: Anschaulich schildert Glasmaler Valentin Feuerstein den Sündenfall.
Es ist die Fortsetzung des Bildes vom ersten Menschenpaar in der Edith-Stein-Kirche in Wachenheim, das wir kürzlich vorstellten. Dort hoben Adam und Eva noch ihre Gesichter andächtig in Gottes Richtung. Doch nun hat sich ihr Blick der verbotenen Frucht zugewandt. Vom Baum der Erkenntnis zu essen, steht für das einzige Verbot, das Gott den Menschen nach biblischer Darstellung auferlegte.
Eindrucksvoll gestaltet Fenstermaler Valentin Feuerstein den Sündenfall. Seine Eva hält die verbotene Frucht in der hochgestreckten Hand. In der Haltung beider Menschenkörper zeigt sich bildhaft der Begriff des Fallens, denn Adam und Eva sind weit vornüber geneigt. Ein Zurück gibt es in diesem Augenblick nicht mehr – das Paradies ist schon verloren.
Das weiß auch das Wesen, das sich hinter dem ersten Menschenpaar auf lang gezogenem, geringeltem Körper erhebt. „Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde“, so schildert es das Buch Genesis. Hohn und Heimtücke stehen ins Gesicht des Reptils geschrieben. Der Glasmaler bringt es in bedrohliche Nähe zu Adam und Eva. Mit aufgerissenem Schlund reiht er den Schlangenkopf in eine geschwungene Linie, begleitet vom schwarzen Bleiband des Fensters. Die Gesichter der Menschen aber sind von der Schlange abgekehrt. Sie ahnen nichts davon, was ihr Tun bedeutet.
Die Serie
So manche Gesichter, die uns umgeben, bergen alte oder neuere Geschichten. Wir erzählen sie.