Wachenheim
Gaspreise schießen in die Höhe
Damit seien die Stadtwerke immer noch günstiger als andere Anbieter, betont Panzer. Die aktuelle Entwicklung gehe ihm an die Nerven. Stand Montag lag der Einkaufspreis für eine Kilowattstunde Gas an der Börse bei 13 Cent, betont der Werkleiter die derzeit hohen Beschaffungskosten. Dies sei auch auf den Krieg in der Ukraine zurückzuführen.
Derzeit zahlt ein Durchschnittskunde bei den Stadtwerken 7,56 Cent pro Kilowattstunde. Kommt die Erhöhung, dann sind es 15,26 Cent. Bei einem durchschnittlichen Haushalt bedeutet das im zweiten Halbjahr ein Plus von etwa 650 Euro an Gaskosten, rechnet Panzer vor. Auf die 1000 Euro Mehrkosten im Vergleich zum Vorjahr kommt er, weil Stadtwerke-Kunden bereits im ersten Halbjahr einen deutlich erhöhten Preis zahlen. Dieser ist um etwa 40 Prozent höher als im Vorjahr. Allein im November und Dezember des vergangenen Jahres seien rund eine Viertelmillion Euro Verlust in der Gas-Sparte entstanden, so Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU). Wenn der Gaspreis für die Kunden so bleiben würde, rechnet er mit einem Verlust von 1,6 Millionen Euro nur in dieser Sparte. „So eine Situation am Energiemarkt gab es noch nie“, sagt er.
Ebenfalls ansteigen sollen die Strompreise. Hier seien durch die Krise ebenfalls die Beschaffungskosten nach oben gegangen. Hier muss ein durchschnittlicher Kunde mit Sondervertrag ab dem 1. Juni 1,5 Cent mehr für die Kilowattstunde bezahlen. Bei einem gängigen Verbrauch von 3500 Kilowattstunden sind das laut Werksleiter etwa 30 Euro mehr für das verbleibende Jahr. Hier hofft Panzer auf den Wegfall der EEG-Umlage. Dadurch könnte der Strompreis sogar günstiger kommen als bisher.
Sollte sich die Lage bessern, würden die Werke die besseren Konditionen an die Verbraucher weitergeben, sagt Bechtel. Er und Panzer betonen die Wichtigkeit des Energiesparens. „Je weniger verbraucht wird, desto besser“, sagt der Werkleiter. 2021 sei wegen der niedrigen Temperaturen etwa 11 Prozent mehr Gas verbraucht worden als sonst – etwa 40 Millionen Kilowattstunden statt sonst 36 Millionen. In diesem Jahr zeichne sich ein moderaterer Verbrauch ab. Das könne am veränderten Bewusstsein, aber auch an den höheren Temperaturen liegen, so Panzer.