Bad Dürkheim Göbel gibt Geschäft mit „Grünzeug“ auf

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Sandstein statt „Grünzeug“: So die Kurzformel für die Neuerungen beim Dürkheimer Recyclingbetrieb Göbel. Noch dieses Jahr will das Unternehmen das junge Geschäftsfeld mit Holzhackschnitzeln aufgeben. Am Baustoffrecycling hält der Betrieb im Bruch fest, sagt der geschäftsführende Gesellschafter, Andreas Göbel. Forciert werde die Arbeit im Leistadter Steinbruch: „Das macht richtig Spaß“, freut sich der Firmenchef.

Schon im Jahr 2010 hatte der Betrieb das Areal bei Leistadt mit der entsprechenden Abbaugenehmigung für rund 30.000 Kubikmeter Stein gekauft (wir berichteten). Jetzt sei das Geschäft mit dem hellen gelben Leistadter Sandstein allmählich angelaufen: „Wir haben einen Großauftrag“, freut sich Göbel. Die Ung-steiner Römerkelter werde mit Göbel-Steinen weiter ausgebaut. Rund 170 Quadratmeter im Steinbruch hergestellter kleiner Steine mit spaltrauer Vorderseite würden verbaut. Seit 2011 ist ein Mitarbeiter im Steinbruch beschäftigt und bearbeitet das Material nach den Wünschen der Kunden. Dazu gehören neben einigen Steinmetzen, viele Gartenbauer und Privatleute. Realisiert werde die Sprengung der Felsblöcke mit Quellzement. Vorteil: der Betrieb brauche keinen Sprengschein. Neu angeschafft wurden beispielsweise Druckluftbohrer und Hammer, aber auch die alte Technik wurde wieder aufgemöbelt, wie etwa eine alte Gatter- und Kreissäge. Ausgelastet sei der junge Geschäftsbereich ebenfalls: „Wir haben bis in den Sommer hinein zu tun.“ Das Aus kommt dagegen nach sieben Jahren für das Geschäft mit den Holzhackschnitzeln. Unter anderem beliefert Göbel das Dürkheimer Biomassekraftwerk, der Vertrag laufe im Sommer aus. Das Geschäftsfeld mache immerhin gut 45 Prozent am Umsatz aus, neben dem Hauptstandbein Bauschuttaufbereitung mit 50 Prozent. Grund für den Schnitt: „Es hat sich nicht mehr gerechnet.“ Die Erzeugung von Holzhackschnitzeln sei arbeitsintensiv und komplex. Unter anderem hätten die Abnehmer die Qualitätskriterien an das Material erhöht, um die Abnutzung der Technik in den Kraftwerken zu verringern: „Kleine Partikel und Unreinheiten in den Schnitzeln führten zu ungewolltem Verschleiß.“ Um den Abnehmern einwandfreies Material liefern zu können, hätte Göbel nachrüsten müssen. „Ich habe das auf den Prüfstand gestellt und mich dagegen entschieden“, so der Firmenchef. Folgen für den Betrieb mit derzeit 13 Mitarbeitern: zwei Stellen fallen voraussichtlich noch in diesem Jahr weg. Momentan liegt der Jahres-Umsatz von Göbel im Millionenbereich. Mit der Aufgabe der Holzschnitzelvermarktung werde der Umsatz wohl unter die Millionen-Marke fallen, erwartet der Firmenchef. Aber auch die vergangenen drei Jahre des Betriebes waren von Umstrukturierungen geprägt: Gut eine halbe Million Euro habe das Recyclingunternehmen in den Umbau gesteckt, sich von alter Technik getrennt und Neues angeschafft. So sei die rund 20 Jahre alte zweistufige Brecheranlage auf dem Feuerbergsbetriebsgelände mit rund 25.000 Quadratmetern schrittweise abmontiert und in den Schwarzwald und auf den afrikanischen Kontinent nach Nigeria verkauft worden. Statt sechs Siebmaschinen, vier Brechern und 35 Förderbändern der stationären Anlage setzt Göbel inzwischen auf mobiles Gerät und damit auf mehr Flexibilität: Jeweils einen „Multitasking“-Brecher und eine Siebmaschine und nur noch sieben Förderbänder, jeweils nutzbar für Muttersand, Grubensand und Recyclingmaterial. „Das ist unsere mobile Einsatztruppe“, meint Göbel. (dag)

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