Bad Dürkheim
Fussball: Beim TuS Wachenheim ist Ernüchterung eingekehrt
Nur auf Platz neun überwintert der TuS Wachenheim in der B-Klasse Rhein-Mittelhaardt West. Das ist deutlich weniger als sich die Protagonisten erhofft hatten. Um den Aufstieg spielen die Wachenheimer in dieser Saison ganz sicher nicht mehr mit.
Der TuS Wachenheim hat erfolgreiche Jahre hinter sich. 2017 gab es einen unerwarteten vierten Platz, ein Jahr später wurde das Team sogar Vizemeister, scheiterte aber in den Aufstiegsspielen an der SG Edesheim/Roschbach, gegen die Lehrgeld bezahlt wurde. Und in der vergangenen Runde erreichte der TuS, der bis zum Schluss um den Aufstieg spielte, Rang drei. Da ist der aktuelle Platz im tristen Mittelfeld, fernab von Gut und Böse, eine herbe Enttäuschung.
An schlechten Tagen kann der TuS nicht mehr gewinnen
Es ist ein Stück weit Ernüchterung eingekehrt. „Das liegt aber auch daran, dass wir von den vergangenen guten Jahren verwöhnt waren“, glaubt TuS-Trainer Michael Acker. Die Mannschaft sei in ein Loch gefallen, habe an Biss verloren und die Abgänge von Robert Devel und Marcel Münch nicht kompensieren können. Dazu habe Wachenheim in einer deutlich stärkeren Klasse, als es die Nord-Staffel in der vorigen Runde war, zu kämpfen. In der vergangenen Spielzeit habe man etliche Mannschaften auch an schlechten Tagen schlagen können. Das sei jetzt nicht mehr der Fall.
Wachenheim hat 50 Gegentreffer bekommen
Zu Saisonbeginn ist der TuS gleich mal kalt erwischt worden. Schon der 5:3-Auftaktsieg gegen die SG Elmstein/Iggelbach war holprig. Dann folgten Niederlagen bei der SG Neidenfels/Lambrecht (1:2) und zu Hause gegen die SG Mußbach (2:5). In diesen drei Begegnungen wurde deutlich, dass die defensive Stabilität verloren gegangen war. „Wir haben 50 Gegentore bekommen, das sind viel zu viele“, hadert der Coach. In der kompletten Runde 2018/19 waren es nur 27. Jetzt sind es fast doppelt so viele, obwohl noch zwölf Spiele ausstehen. Das liege keinesfalls am Torwart, denn Timo Hof habe seine Sache gut gemacht, auch wenn er die Spitzenklasse von Patrick Stephan, der im Feld gebraucht wird, nicht erreicht.
Defensivprobleme immer präsent
Doch in der Abwehr fehlt nicht nur Devel, auch die Studenten Felix Gabel und Vincent Anton fielen aus. „Uns ist eine komplette Viererkette weggebrochen, was Auswirkungen auf unser Spiel hatte“, erklärt Acker. So musste Simon Schubert, eigentlich ein wichtiger Spieler im Mittelfeld und für die Kreativität zuständig, am Ende gar als Innenverteidiger aushelfen. Die Defensivprobleme verschwanden nie. Das zeigen die Begegnungen gegen TuS Diedesfeld (0:4), VfB Haßloch II (2:4), beim VfL Neustadt (1:5) oder die Rückspiele in Elmstein/Iggelbach (3:6) und Mußbach (2:6). Gegentore am Fließband. Streute die Mannschaft zunächst immer mal wieder einen Sieg ein und blieb zwischen Anfang Oktober und Mitte November sechsmal in Folge ungeschlagen, so verabschiedete sie sich mit vier Niederlagen hintereinander aus dem Jahr 2019.
Sturmtrio ganz famos
Nur zweimal hielt Wachenheim seinen Kasten sauber, blieb aber auch umgekehrt nur zweimal ohne eigenen Treffer. „Tore haben wir genug gemacht, weil wir gut und schnell nach vorne spielen“, betont Acker. Von den 47 Treffern gingen 30 auf das Konto des Sturmtrios Patrick Stephan (12), Gerrit Rohr (9) und Jan Weisenborn (9). Nur der TuS Maikammer hat drei Offensivspieler, von denen ebenfalls jeder mindestens auf neun Tore kommt. „Wir müssen aber auch feststellen, dass die Weiterentwicklung nicht wie gewünscht verläuft, wir teilweise stagnieren“, sagt der Übungsleiter. Acker nennt als Beispiel Kai Reffert. Der habe als A-Junior konstant überragend gespielt, jetzt fehlt ihm ein bisschen die Unbekümmertheit. Aber Reffert ist erst 20, da sind Leistungsschwankungen normal. Seine einstige Unbekümmertheit legen im Moment die aktuellen A-Jugendspieler Julius Christmann und Juri Zabel an den Tag. Die beiden sind ebenso wie der bereits in der „Ersten“ eingesetzte A-Junior Michel Egenolf für die kommende Spielzeit fest eingeplant. Außerdem liegt Acker die geringer werdenden Trainingsbeteiligung im Magen. Dieser Zustand sei zermürbend.
Motivation genug
„Ich betrachte diese Serie als Übergangsjahr. Eine Herausforderung für die Rückrunde ist die Stabilisierung der Defensive. Wir müssen endlich die Abwehr dicht bekommen“, fordert der Trainer. Der Tabellenneunte hat 13 Zähler Rückstand auf Rang zwei, aber auch zehn Punkte Vorsprung auf den Drittletzten. Wie kann man da seine Mannschaft motivieren? „Wenn man auf den Platz geht, dann will man gewinnen. Das ist eigentlich Motivation genug“, appelliert Acker an den sportlichen Ehrgeiz seiner Jungs. Und abgehakt hat er die Runde noch lange nicht, „denn ein bisschen schaue ich auch nach hinten“.