Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Freiwillige legen Hänge an Wachtenburg frei

Julia und Lisa schneiden eine Trockenmauer frei.
Julia und Lisa schneiden eine Trockenmauer frei.

Ein Dutzend Helfer hat am Wachenheimer Schlossberg tatkräftig zugepackt: Bei dem Freiwilligentag der Metropolregion, der unter dem Motto „Wir schaffen was“ lief, befreiten sie am Samstag mehrere Hänge und Trockenmauern von starkem Bewuchs.

Wo am terrassierten Haardtrand einst Weinbau betrieben wurde, liegen heute viele Flächen brach. Doch sobald der Mensch dort nicht mehr wirtschaftet und auch nicht pflegend eingreift, kommen Gehölze auf, die schließlich alles überwachsen. So auch am Schlossberg bei Wachenheim: „Vor über 30 Jahren war es hier noch völlig verbuscht“, erklärt Burkhard Ort, Vorsitzender des Nabu-Mittelhaardt.

Seither betreut die Gruppe unterhalb der Wachtenburg eine Reihe von Flächen. Jetzt meldete sie das Projekt beim Freiwilligentag unter dem Titel „Pflegemaßnahmen auf Weinbergsbrachen am Schlossberg“ an. Mit dem Einsatz sollen wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten gefördert werden. Sie sind auf sonnenexponierte, offene Lebensräume angewiesen und würden durch Beschattung der Büsche und Bäume unweigerlich verschwinden. Verloren ginge damit eine besondere Vielfalt von Blütenpflanzen, Insekten und Vögeln. Auch Reptilien wie Schlingnatter und Mauereidechse finden auf den kleinparzelligen Flächen wichtige Wärmeinseln.

„Sie sind kaum zu bremsen“

Deshalb kamen jetzt unermüdlich Astscheren, Sägen, Rechen und anderes Werkzeug zum Einsatz. Die Aktiven der Nabu-Gruppe sowie acht freiwillige Helfer beseitigten zusammen den dichten Aufwuchs von Gehölzen. Auch stellten sie Mauerteile von Bewuchs wie Efeu frei, darunter einige eingestürzte Abschnitte. Nur so lasse sich der Umfang der Mauerschäden abschätzen, bevor die wertvollen Trockenmauern wieder vervollständigt werden, sagte Ort.

Die Teilnehmer häuften außerdem Schnittgut aus den Wiesen auf, das in großen Mengen anfiel. Weil die Flächen nicht überdüngt werden sollen, muss es abgeräumt werden. Keine leichte Handarbeit also für die Beteiligten.

Aber die Motivation war groß: „Sie sind kaum zu bremsen“, stellte Ort begeistert fest. Der Einsatzort im „Naturschutzgebiet Haardtrand“ sah nach stundenlanger Arbeit wieder lichter und freier aus. So hatten die Helfer beispielsweise seltene, sonnenliebende Pflanzen wie die jetzt blühende Goldaster freigestellt. Allerdings achten die Naturschützer vom Nabu darauf, dass nicht sämtliche Gehölze wegfallen. Stellenweise bleiben Heckenrosen und Efeu erhalten, denn auch sie bilden Bestandteile natürlicher Vielfalt.

Bessere Beschilderung gewünscht

Hinsichtlich der zahlreichen Burgbesucher wünschen sich die Nabu-Aktiven, dass die Stadt den offiziellen Weg zur Burg besser ausschildert. Denn immer wieder versuchen Spaziergänger, durch das private, geschützte Gelände hinauf zur Wachtenburg zu kommen.

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