Bad Dürkheim Flaute bei Fisch wegen Stürmen

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Wer Fisch zu Weihnachten oder zu Silvester auf dem Speiseplan haben wollte, kennt das Problem schon: Seefisch war zu den Feiertagen knapp – und ist noch knapper geworden. „Wir kämpfen um jedes Gramm Fisch“, klagt Ralf Handrick, der zusammen mit seinem Bruder Sven etliche Märkte in der Region beschickt.

„Letzte Woche war grauenhaft, es gab nix“, klagt der Mitinhaber von Fisch-Handrick mit Sitz in Hamm bei Worms, der auch auf den Wochenmärkten in Bad Dürkheim, Wachenheim und Freinsheim vertreten. Gestern haben sie nur die Hälfte von dem bekommen, was sie bestellt haben, sagt Handrick. Die Folge: Heute bleibt ein Fischwagen zu Hause, ein Samstagsstandplatz leer. In Bad Dürkheim wird der Transporter aber wie gewohnt vertreten sein. „Fisch ist ein Naturprodukt, das kriegen Sie nicht von der Stange“, sagt Ralf Handrick. Drei Gründe gebe es für die Knappheit in den Fischtheken hierzulande, erläutert er: In Island werde gestreikt, in Norwegen fahre über die Feiertage und in der ersten Januarhälfte kaum ein Fischer raus, andere wiederum hielten die Winterstürme, wie sie aktuell auf der Ostsee tobten, vom Fischen ab. Fisch-Handrick wird jeden Tag direkt vom Marktführer für Fisch und Meeresfrüchte, „Deutsche See“, beliefert, aber in den letzten beiden Wochen gab es keinen Rotbarsch, letzte Woche keinen Seelachs. Höchstens „Auftauware“, sprich schon einmal tiefgefrorener Fisch, sei noch zu haben, sagt der Händler, aber die biete er nicht an, sagt er. Ist denn Besserung in Sicht? „Ja, nächste Woche“, ist er zuversichtlich. Israa Bakr von „Nordfisch“ in der Leiningerstraße in Bad Dürkheim konnte zu ihrem Bedauern Kunden nur mit dem gewünschten Fisch versorgen, wenn sie ihn mindestens eine Woche vorher bestellt hatte. Allen anderen musste sie zu ihrem Bedauern absagen, der Laufkundschaft sowieso. Es sei normal, dass man für Fisch an Feiertagen etwas mehr zahlen müsse, meinte die Inhaberin des kleinen Fisch-Bistros mit Frischtheke, aber fünf bis sechs Euro pro Kilo mehr waren heuer doch mehr als die übliche Preissteigerung zu solchen Gelegenheiten. Zur Zeit gebe es immer noch keinen Kabeljau, Seelachs oder Rotbarsch auf dem Markt, sagt die Geschäftsfrau, die ebenfalls Kundin bei der „Deutschen See“ ist und die gleiche Auskunft wie Handrick bekam: Streik, Winterpause, Sturm. Im Übrigen machten zwischen den Jahren auch die meisten Fischgeschäfte Betriebsurlaub, sagt Israa Bakr. Auch die Frischfischtheke im „Hit-Markt“ ist nicht mit allen gewünschten Mengen und Sorten bestückt, sagt ein Mitarbeiter in Bad Dürkheim. Man habe versucht, den Kunden Alternativen zu bieten. Engpässe gebe es immer mal, das sei gerade an Feiertagen normal. |mkö

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