Bad Dürkheim Fenstergeschichte(n): Morbide Schönheit

Auch das Vergessene und Verlassene kann Schönheit ausstrahlen, so wie dieses Fenster in Wachenheim. Es gehört zur Giebelseite eines Hofgebäudes in der Entengasse. Auf ästhetische Weise führt es sein Alter vor Augen. Menschliches Leben und Wirtschaften beherbergt das Anwesen nicht mehr und durch das Fenster dringt kein Blick. Die Läden bleiben dauerhaft geschlossen: Sie wurden mit Draht gesichert und verspannt, weil drei Ladenbänder nicht auf den Haken der Mauerkloben sitzen. Dass die beiden Klappläden nicht zusammen gehören, zeigen ihre unterschiedlichen Farben und Strukturen. Die Einfassung ist aus rotem Sandstein, während sich in der Hausmauer gelber und roter Stein abwechseln. Trotz des Eindrucks der Verlassenheit scheint das Fenster von Geschichte und wandelbarem Leben umrankt. Kletterzweige von Wildem Wein wachsen heran, überspannen ein Eck, heften sich an der unteren Umrandung fest. Die Blätter haben schon leuchtende Herbstfarben angelegt, passend zu den Farbtönen des alten Mauerwerks. |lad