Bad Dürkheim Fenstergeschichte(n): Lichtquelle und Lutherrose

Ansehnliche Erker wie am Wachenheimer Zehnthof erfüllten mehrere Aufgaben. Nach innen dienten ihre stattlichen Fenster als Lichtquelle, nach außen unterstrichen sie den repräsentativen Charakter eines Gebäudes. Der Zehnthof in der Mittelgasse weist mit seinem Namen auf die Geschichte des „Zehnts“: Hier mussten Bauern zu festen Terminen einen Teil ihrer Erträge abgeben. In Wachenheim hatten die Eigner des Anwesens den Weinzehnt bis 1596 inne, nahmen also Naturalabgaben in Form gekelterten Weines ein. Nach der Zerstörung von 1689 war der Wiederaufbau des Zehnthofs vor 300 Jahren fast vollendet. Nahe der großen Toreinfahrt befindet sich der Erker, der ins 18. Jahrhundert datiert wird. Unter seinen drei nach vorn gerichteten Sprossenfenstern schmücken ihn Reliefs aus hellem Sandstein. Das mittlere zeigt die sogenannte Lutherrose. Mit Kreuz und Herz, umringt von einer Rosenblüte, nannte Luther dieses Symbol ein „Merkzeichen“ seiner Theologie. Er kennzeichnete seine Schriften damit und verwendete es als Siegel seiner Briefe.