Bad Dürkheim Fünf Freunde

Von einer einstigen Protestpartei hätte man etwas anderes erwarten können, liebe Leserinnen und Leser. Wie an dieser Stelle bereits im November thematisiert, zeichnen sich die etablierten Parteien im Wahlkreis Speyer - Neustadt im beginnenden Wahlkampf besonders dadurch aus, dass sie Bundestagskandidaten ins Rennen schicken, die entweder gerade 30 geworden oder deutlich jünger sind. Alleine das dürfte bundesweit einzigartig sein. Dass jetzt ausgerechnet „Die Linke“ zusätzlich auf dieser Welle mitschwimmt, wo sie doch sonst immer – manchmal wohl auch aus Prinzip – dagegen ist, verwundert ein wenig. Die fünf Gesichter der Kandidaten erinnern eher an Enid Blytons „Fünf Freunde“ als an den Bundestag. Gerade jetzt wäre die Linke mit einer erfahreneren Kraft vielleicht gut beraten gewesen. Überspitzt formuliert: Gerne hätte man einen authentischen Kandidaten gesehen, dem sein Leben und sein Kampf gegen den Faschismus und für den kleinen Mann ins Gesicht geschrieben steht, einer der aus seiner langjährigen Berufserfahrung berichten kann. Und was macht die Linke? Sie überholt rechts. Nichts gegen den erst 19-jährigen Max Keck persönlich, es ist ja gut, dass es politischen Nachwuchs gibt. Aber muss der gleich in der ersten Reihe verbrannt werden? Menschen, die einen älteren Kandidaten bevorzugen, haben hier nicht viel Auswahl. Wolfgang Kräher von der AfD ist der einzige über 30. Ein Wochenende mit breiterer Auswahl wünscht,