Bad Dürkheim „Es war cool, das alles mal live zu sehen“

«» Vier Tage hat der Dürkheimer Max Heckmüller, Schüler am Werner-Heisenberg-Gymnasium, Bundespolitik erlebt. Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Johannes Steiniger (CDU) nahm der 17-Jährige am Planspiel „Jugend und Parlament“ in Berlin teil.
Das eine schließt das andere nicht aus. Wir, die 300 Teilnehmer, waren zwar bis zum späten Abend im Bundestag beschäftigt. Aber nach Feierabend sind wir aus den zugelosten Rollen herausgeschlüpft und noch durch die Stadt gezogen. Was meinen Sie mit zugeloster Rolle? Am ersten Tag haben wir per Los die Rolle eines Abgeordneten erhalten. Ich musste einen 54-jährigen Abgeordneten aus Hessen spielen, der als Generalsekretär einer großen Industriegewerkschaft tätig war. Hat die Rolle inhaltlich gepasst? Eher nicht. Ich bin in der Jungen Union aktiv und wurde der Partei für Gerechtigkeit und Solidarität zugelost. Auch die konservative Partei dort hätte nicht gepasst, da sie an die AfD angelehnt war. Es ging ja aber auch darum, uns aus der Komfortzone rauszuholen. Hat das bei Ihnen funktioniert? Die ersten zwei Tage war es schwer. Entscheidend für mich war eine Ausschusssitzung mit anderen Fraktionen. Da sah ich, wie die anderen mit der Situation umgehen und war plötzlich auch in meiner Rolle. Worüber wurde diskutiert? Unsere Gruppe befasste sich mit dem Thema „Direkte Demokratie“, damit, ob es Volksentscheide auf Bundesebene geben soll. Insgesamt wurden vier Gesetzesvorlagen diskutiert. Nun soll das Planspiel die Wirklichkeit simulieren. Haben die vier Tage diese Erwartung erfüllt? Ja, es war cool, hinter die Kulissen zu blicken. Die Sachen, die man sonst aus der Tagesschau kennt, live zu sehen und zu verstehen, was hinter den Entscheidungen steckt. Was für mich besonders war, dass die Sitzungen in den echten Fraktionssälen stattgefunden haben. Teil des Planspiels sind Debatten im Plenarsaal. Durften Sie auch ans Rednerpult? Leider nicht. Als stellvertretender Ausschussvorsitzender war mit das aufgrund der Geschäftsordnung des Bundestags nicht vergönnt, da in der Rolle Neutralität geboten ist. Ich habe aber auch genossen, die hitzigen Debatten zu beobachten. Da hätten sich die richtigen Abgeordneten eine Scheibe abschneiden können (lacht). Sie konnten vier Tage lang Regierungsluft schnuppern. Wäre der Politikerberuf etwas für Sie? Auf Bundesebene nicht. Da sind die Themen so komplex und oft nur schwer greifbar. Auf kommunaler, vielleicht auch auf Landesebene kann ich mir das schon vorstellen. Aber nach dem Abitur will ich erst mal was Richtiges arbeiten.