Bad Dürkheim „Es ist zu heiß“
„Es ist viel zu heiß, deshalb sind weniger Leute unterwegs als sonst am Stadtfest-Sonntag“, so die Beobachtung von Christine Michler, Vorsitzende des Gewerbevereins. Im Haus der guten Weine des Ehepaars Michler, in dem bei verkaufsoffenen Sonntagen immer viel Andrang ist, war es gestern sehr ruhig. „Es ist zu heiß, da hat niemand Lust anzuprobieren“, sagte Fatma Yumurtaci, Inhaberin der Boutique Voila in der Römerstraße, in der es ruhiger war als an verkaufsoffenen Sonntagen üblich. Eine Kundin aus Wachenheim fand es gar nicht schlecht, dass nicht so viel los ist. Sie habe während der Woche selten Zeit zum Einkaufen. „Ich nutze gern den verkaufsoffenen Sonntag und heute ist es nicht so voll, das ist angenehm“, so die Wachenheimerin, bevor sie in einer Umkleidekabine verschwand. Vor allem Frauen waren es, die Kleiderständer mit leichten Oberteilen oder sonstiger luftiger Sommergarderobe durchsuchten. Im Bereich zwischen Stadtplatz und Obermarkt, wo das Stadtfest nicht zusätzlich lockte, waren fast nur Frauen unterwegs. „Guck’ mal das Kleid, das ist ganz leicht“, „das T-Shirt ist ganz dünn“, solche und ähnliche Sätze waren hier öfter zu hören. „Bei schlechtem Wetter hätte ich das Kleid nie anprobiert“, sagte eine Dürkheimerin, die in der Boutique Lemontree gerade ein ärmelloses Sommerkleid kaufte. „Ich kriege eine neue Brille, meine Frau ein neues Kleid“, so ihr Ehemann. Der Brillenkauf sei geplant gewesen, das Kleid war ein „Zufallsfund“ beim Bummel über das Stadtfest. „Es kommen zwar immer Leute und es ist zu tun, aber es ist schon ein bisschen ruhiger als sonst“, berichtete die Verkäuferin der Boutique Lemontree. „Die Leute kommen schwungweise, manchmal ist gar nichts los und dann ist der ganze Laden voll“, so die Beobachtung von Susi Wadle, Mitarbeiterin im Modegeschäft Jack Wolfskin. Insgesamt sei es für einen verkaufsoffenen Sonntag zu warm. Aber „wenn die Leute anfangen anzuprobieren, dann kaufen sie auch“. Gekauft wurden vor allem kurze Hosen und Hemden. „Wir bummeln über das Stadtfest, essen ein Eis, gucken“, berichteten zwei Dürkheimerinnen, die sich gerade Oberteile anschauten. „Wenn wir etwas entdecken, dann kaufen wir das auch, das ist dann nicht schlimm“, sagte eine der Frauen lächelnd. Barbara Huber aus Freinsheim hat in der Boutique Cameo bereits etwas „entdeckt“, zwei Kleider, die sie gerade bezahlt. Sie und ihr Mann waren am Samstag auf dem Altstadtfest in Freinsheim, am Sonntag war das Dürkheimer Stadtfest an der Reihe. „Vor allem zum Gucken, wir haben nichts Spezielles gesucht, die Kleider habe ich zufällig gefunden“, sagte Huber. „Alle Langarmartikel heute 30 Prozent reduziert“, stand auf einem Schild, das im Schaufenster von Cameo hängt. Trotzdem wolle keiner Kleider mit langen Armen, verriet Inhaberin Irine Deho-Wallner. Doch trotz der Hitze sei viel los. Wohl auch deshalb, weil es in der Boutique am Stadtplatz dank einer Klimaanlage angenehm kühl war. Generell war in den Geschäften, in denen eine Klimaanlage für angenehme Temperaturen sorgte, am meisten Betrieb. „Vor allem leichte Kleidung, wie Leinen-Oberteile, ist gefragt“, berichtete Steffi Butzo, Inhaberin von Steffi’s am Stadtplatz. Voll war es im Schuhhaus Bachmann am Stadtplatz. „Beim Stadtfest ist bei uns immer die Hölle los, so geht es schon seit Mittwoch, es ist fast nicht zu schaffen“, sagte Inhaberin Ursula Rautenberg. Gekauft würden leichte Sommerschuhe für Damen, Herren und Kinder.