Blickpunkt RHEINPFALZ Plus Artikel Erfolg für drei Mädels mit Forscherdrang

Den Schülerinnen Alisa Weitz, Helena Schäfer und Clara Sonnenberg (von links) macht experimentieren und forschen Spaß.
Den Schülerinnen Alisa Weitz, Helena Schäfer und Clara Sonnenberg (von links) macht experimentieren und forschen Spaß.

Umweltfreundliche Klebstoffe haben drei Schülerinnen aus den Verbandsgemeinden Wachenheim und Freinsheim erforscht. Mit ihrem Projekt waren sie beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“ erfolgreich. Es war nicht der erste Erfolg des Trios.

Die elfjährige Helena Schäfer aus Ellerstadt, die zwölfjährige Alisa Weitz aus Freinsheim und die zwölfjährige Clara Sonnenberg aus Gönnheim, alle drei Schülerinnen des Lise-Meitner-Gymnasiums in Maxdorf, haben untersucht, welcher Kleber der beste ist. Mit ihrem Projekt sind sie beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“ Landessieger in der Sparte Chemie geworden.„Das ist die erste Gruppe unserer Schule, die in diesem Wettbewerb Landessieger geworden ist“, sagt Anja Gerlach, Lehrerin für Naturwissenschaften. Sie ist beeindruckt von der Leistung der drei Sechstklässlerinnen, die sich gegen Gruppen durchgesetzt haben, deren Mitglieder teils zwei Jahre älter waren.

Honig und Schneckenschleim

Die drei Mädchen hatten nach einem umweltfreundlichen Kleber mit natürlichen Inhaltsstoffen gesucht. In einer ersten Versuchsreihe habe sich Baumharz gegen andere Klebstoffe wie Schneckenschleim oder Honig durchgesetzt, berichten sie. „Baumharz ist aber sehr aufwendig zu bekommen“, erzählt Alisa. Clara erklärt, dass das Harz ein natürlicher Wundverschluss der Bäume sei. Sie hätten stets nur die oberste Schicht abgenommen, um den Bäumen nicht zu schaden.

Die drei Mädchen demonstrieren, wie sie ihre Klebeproben 24 Stunden mit Hilfe von Gewichten getestet haben. Es sprudelt förmlich aus ihnen heraus, wenn sie erklären, was sie alles ausprobiert, wie sie ihre Versuchsreihen verändert und was sie alles herausgefunden haben.

Gerlach, die mit Kollegen seit längerem die Jugend-forscht-Arbeitsgemeinschaft leitet, lobt das Durchhaltevermögen der drei Schülerinnen. Sie hätten einen richtigen Forscherdrang, das sei nicht selbstverständlich. „Das ist eine Gabe, sowas braucht die Wissenschaft“, so die Lehrerin.

Zu Forschungen gehören die Dokumentation und Aufbereitung der Daten sowie die Präsentation der Ergebnisse. Das haben die drei Mädchen gelernt, so können sie jetzt Diagramme und Power-Point-Präsentationen erstellen. Die Jury hat besonders die methodische Vorgehensweise und strukturierte Darstellung des jungen Forscherteams gelobt.

Harz aus der Klebepistole

Nach dem Sieg im Regionalwettbewerb haben die jungen Forscherinnen mit ihren Experimenten weitergemacht. Bis zum Landeswettbewerb im April hatten sie die richtige Konsistenz gefunden, um ihr Baumharz zu Stangen für die Heißklebepistole zu formen. „Warum das Klebeergebnis besser ist als bei dem vorher verwendeten Wachs, müssten wir jetzt noch untersuchen“, sagt Clara.

Helena erzählt, dass sie außerdem Kleber aus verschiedenen Komponenten selbst hergestellt hätten. Im vergangenen Jahr war die Gruppe beim Wettbewerb „Leben mit Chemie“ schon Zweiter geworden. „Da hat man aber nur Aufgaben erledigen müssen“, erklärt Alisa. „Schüler experimentieren“ mache mehr Spaß, weil man selbst aktiv werden könne.

Gerlach bedauert, dass den Dreien die Freude der Präsentation und Siegerehrung wegen der Pandemie verwehrt blieb. Das sei immer ein tolles Erlebnis. Auch die Arbeit war durch den Lockdown erschwert worden. Alisa hatte den Versuchsaufbau irgendwann mit nach Hause genommen und die Versuche alleine durchgeführt. „Manchmal konnten wir uns nur zu zweit treffen, haben die Dritte dann online dazu geschaltet“, berichtet Helena. „Es war eine Freude, die drei zu betreuen“, sagt Gerlach. Sie betont, dass die Lehrer nur Impulsgeber seien. Helena, Clara und Alisa wollen weitermachen. Im November können Projekte für den Wettbewerb 2022 angemeldet werden.

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