Bad Dürkheim Entschuldigung für Bahnkunden: Wer hat’s erfunden?
An den letzten beiden Tagen vor Ferienbeginn durften sich die geplagten Nutzer des Schienenersatzverkehrs zwischen Deidesheim und Bad Dürkheim über eine kleine Aufmerksamkeit freuen. Seit Mitte März fahren auf der Strecke nämlich keine Züge mehr, sondern ersatzweise Busse – mit allen Konsequenzen für Schüler, Pendler, Senioren oder Touristen. Die kleinen Pakete kamen, nicht wie in unserer Kolumne „Charmeoffenisve wirkt nicht bei jedem“ vergangene Woche vermutet, von der Bahn, sondern vom Zweckverband ÖPNV Rheinland-Pfalz.
Was ist überhaupt „die Bahn“?
Jetzt ließe sich trefflich darüber philosophieren, was mit „die Bahn“ überhaupt gemeint ist: die DB Fernverkehr oder die DB Regio vielleicht, oder auch die DB Cargo oder die DB Infra Go, die DB Services oder die DB Energie? Die Liste ließe sich noch recht lange fortsetzen.
Der Zweckverband ÖPNV jedenfalls ist Auftraggeber von der DB Regio, die wiederum die Schienen der DB Infra Go für den Regionalverkehr nutzt. Weil letztere die Strecke zwischen Deidesheim und Bad Dürkheim gesperrt hat, hat sich der Zweckverband nun bei den Kundinnen und Kunden „der Bahn“ mit einem „Survival Kit“ dafür bedankt, dass sie seit Monaten vom Zug auf den Bus umsteigen.
Der Zweckverband macht keinen Hehl daraus, auf die Infrastrukturgesellschaft der Bahn, Sie wissen schon, die DB Infra Go, nicht gut zu sprechen zu sein. Der ZÖPNV wirft der Bahngesellschaft vor, sich nicht ausreichend um die von Dachsbauten befallenen Bahndämme gekümmert zu haben – sonst hätte sie die Schäden frühzeitiger erkannt und Gegenmaßnahmen ergreifen können.
„Auch bei der jetzt durchgeführten kleinen Entschuldigungsaktion beteiligt sich die DB Infra Go als Verursacherin nicht. Sie wurde komplett aus Mitteln des Zweckverbandes ÖPNV finanziert“, heißt es in einer Mitteilung des letzteren ein wenig vorwurfsvoll.
Apropos Mitteilung. Den Bahnkunden macht der Zweckverband noch ein anderes, wesentlich wichtigeres Geschenk: Er bemüht sich in dem Wirrwarr um Baustellen, Fahrpläne und Ersatzverkehr um eine offene, proaktive Informationspolitik. Was man von „der Bahn“ nicht behaupten kann.