Bad Dürkheim / Wachenheim / Freinsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Energie wird teurer – aber nicht überall

Stadtwerke-Kunden in Wachenheim müssen ab 2021 mehr für Strom und Gas bezahlen.
Stadtwerke-Kunden in Wachenheim müssen ab 2021 mehr für Strom und Gas bezahlen.

Ab dem kommenden Jahr hat der CO2-Ausstoß in Deutschland einen Preis. Manche Energieversorger können zum Teil die höheren Kosten für Strom und Gas abfedern. Den Dürkheimer Stadtwerken gelingt das noch, die Wachenheimer Werke geben die Mehrkosten weiter. Die übrigen Versorger behalten sich spätere Erhöhungen vor.

Für Kunden der Dürkheimer Stadtwerke bleibt der Strompreis über den Jahreswechsel hinaus stabil, es gibt vorerst keine Preiserhöhung. Auch der Gaspreis bleibe unverändert, heißt es bei den Werken. Teurer wird es jedoch ab 2021 für Kunden der Wachenheimer Stadtwerke bei Gas und Strom, wie wir bereits kurz berichtet haben.

„Wir geben beim Gas lediglich die CO2-Bepreisung an unsere Kunden weiter“, sagt der Chef der Wachenheimer Stadtwerke, Dieter Panzer. Bei der CO2-Steuer handelt es sich um eine Steuer auf die Emission von Kohlendioxid. So klettere der Gaspreis um brutto 0,54 Cent/Kilowattstunde (kWh). Für einen Durchschnittshaushalt mit etwa 20.000 Kilowattstunden im Jahr verteuere sich die Jahresrechnung bei Gas um etwa 108 Euro, rechnet Panzer vor. Günstiger falle die Rechnung meist bei Brennwertgeräten mit geringeren Verbrauchswerten von 12.000 bis 18.000 Kilowattstunden aus. Panzer empfiehlt, zu den Privattarifen zu wechseln: „Der Sonder-Erdgas-Lieferungstarif ,SWW-Gas’ ist günstiger als der Grund- und Ersatzversorgungstarif, zurzeit um netto 0,25 Cent pro kWh.“

Auch beim Strom müssen die Wachenheimer Energie-Kunden mehr zahlen: Um 1,5 Cent je kWh (brutto) klettert der Preis. Beim Durchschnittshaushalt mit etwa 3500 Kilowattstunden im Jahr seien das etwa 50 Euro mehr, so Panzer. Günstiger sei auch hier der „SWW-Privat“-Tarif: 111 Euro jährlicher Grundpreis und 26,79 Cent/kWh ab Januar 2021. Ohne den „SWW-Privat“-Tarif kostet laut Stadtwerke-Homepage eine kWh-Strom 28,40 Cent brutto. Die rund 1900 Stadtwerke-Stromkunden nutzten überwiegend den Privat-Tarif.

Panzers Botschaft: Sollten sich am Strom- und Gasmarkt die Einkaufskonditionen verbessern, würden diese Vergünstigungen in Form von Boni an die Kunden auch weitergegeben. Der Werke-Chef betont, dass die Preise über einen langen Zeitraum hinweg stabil gehalten wurden. Die Stadtwerke garantierten zudem, die Energiepreise auch in der Grundversorgung für ein Jahr nicht anzuheben.

Bad Dürkheim hält Strompreis im Blick

Für Kunden der Dürkheimer Stadtwerke bleibt vorerst alles beim Alten: „Die Gaspreise können wir schon lange auf einem günstigen Niveau halten, da wir die Vorteile aus der günstigen Beschaffung an unsere Kunden weitergeben“, sagt Geschäftsführer Peter Kistenmacher. Zum 1. Januar 2015 seien die Gaspreise um 0,5 Cent/kWh brutto gesenkt worden, zudem sei vom 1. Juli 2016 bis Ende 2018, über 2,5 Jahre, ein zusätzlicher Bonus von 1,0 Cent/kWh gezahlt worden. „Seit 2019 sind wir wieder auf dem Niveau von 2015.“ Die CO2-Steuer führe zwar zu einer Erhöhung des Gasbezugspreises um 0,54 Cent/kWh brutto. Durch eine „Tranchenbeschaffung“ hätten sich jedoch „rückläufige“ Beschaffungspreise für 2021 ergeben, sodass die Werke das nahezu ausgleichen könnten.

Bei den Strompreisen sei die Situation schwieriger einzuschätzen. „Beim Strom waren die Marktpreise jedoch nicht rückläufig, sodass ein Ausgleich der gestiegenen Kosten nicht möglich ist. Deshalb möchten wir die weitere Entwicklung im Winter und Frühjahr abwarten und dann noch mal neu kalkulieren“, sagt Kistenmacher.

Für Strom zahlen Stadtwerke-Kunden laut Firmenhomepage im Privattarif, den der größte Teil der Kunden nutzt, aktuell einen Arbeitspreis von 26,20 Cent/kWh brutto. Der Grundpreis liegt bei 108 Euro brutto jährlich.

Pfalzwerke und Pfalzgas: Preise noch stabil

Die Ludwigshafener Pfalzwerke sind Stromversorger der Verbandsgemeinde Freinsheim und halten die Preise vorerst stabil. Dem Unternehmen fehlen laut Presseauskunft aktuell „noch die finalen Netznutzungsentgelte für das Jahr 2021“. Diese seien ein wesentlicher Kostenfaktor. Diese Entgelte würden erst zum Jahreswechsel bekannt sein. „Wir werden deshalb aktuell die Preise nicht erhöhen, sondern stabil halten“, heißt es. Ein Musterkunde in der Verbandsgemeinde Freinsheim mit einem Jahresverbrauch von etwa 3000 kWh zahle aktuell im Tarif „Pfalzwerke öko comfort online“ rund 965 Euro jährlich.

Der Frankenthaler Versorger Pfalzgas, der die Gemeinden der Verbandsgemeinde Freinsheim sowie die Orte Ellerstadt, Friedelsheim und Gönnheim in der Grundversorgung beliefert, „hält die Preise vorerst stabil“. Beim Unternehmen heißt es, dass es mit einer breitgefächerten Beschaffungsstrategie die Zusatzkosten, welche durch die neue CO2-Abgabe ab 2021 den Erdgaspreis belasten, weitestgehend ausgleichen könne. So blieben die Preise für die „allermeisten Sonderprodukte und vor allem auch die Preise in der Grund- und Ersatzversorgung“ bei Pfalzgas unverändert.

Der CO2-Preis

2021 startet ein nationales Emissionshandelssystem. Es war 2019 beschlossen worden. Die Tonne CO2 wird zunächst mit 25 Euro belastet. Im Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) ist geregelt, dass der CO2-Preis jährlich steigt, bis zu 55 Euro/Tonne im Jahr 2025. Ab dem Jahr 2026 werden dann CO2-Zertifikate gehandelt. Der Preis werde sich an einem Markt, in dem CO2-Zertifikate ge- und verkauft werden können, zunächst in einem gesetzlich vorgegebenen Rahmen von 55 bis 65 Euro bilden. Ab 2027 sieht das Gesetz keine Festpreise oder Grenzen mehr vor.

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