Bad Dürkheim Endlich zu Hause

Wenn er gebraucht wird, dann ist er da: Der 39-jährige Christian Bohn vom TuS Friedelsheim.
Wenn er gebraucht wird, dann ist er da: Der 39-jährige Christian Bohn vom TuS Friedelsheim.

«FRIEDELSHEIM.» Christian Bohn, über viele Jahre Stammtorwart beim B-Ligisten TuS Wachenheim, hat die Fronten gewechselt. Der 39 Jahre alte Schlussmann hatte im Sommer seine Laufbahn beendet und fungiert jetzt als Torwarttrainer beim TuS. So ganz kann er aber vom Kicken nicht lassen. Wenn er gebraucht wird, ist Bohn da.

Wenn Christian Bohn spricht, über seine Laufbahn erzählt, dann sprudelt es gerade so aus ihm heraus. Keine Frage, das ist ein Fußballverrückter im positiven Sinn. „Mir macht meine derzeitige Aufgabe als Torwarttrainer viel Spaß, obwohl ich wegen einer Operation drei Monate ausgefallen war und es eine große Umstellung ist“, sagt Bohn. Statt als Spieler einfach nur zum Training zu gehen und zu warten, was passiert, muss sich ein Coach, auch ein Torwarttrainer, vorher Gedanken machen, was er anbieten und erreichen will. Voll des Lobes ist der 39-Jährige über die Einstellung von TuS-Keeper Joachim Beenken. „Er zieht voll mit, egal wie hart das Training ist. Joachim kann sich quälen, ihn muss man eher bremsen als antreiben“, urteilt Bohn über seinen Nachfolger im Kasten der Friedelsheimer. Dessen Stellvertreter Steven Poeselt ist in der Winterpause zum ASV Fußgönheim II gewechselt. Sollte Beenken in der Rückserie mal ausfallen, wird in Friedelsheim keine Panik ausbrechen. „Wenn Not am Mann ist, springe ich ein“, versichert Bohn. Spieler mit einer solchen Einstellung sind für einen Verein Gold wert. Schon in der Vorrunde hat Bohn ausgeholfen, nämlich in der Reserve als Feldspieler. Das ist nicht neu für ihn, denn er begann zwar in der Jugend des TuS Oggersheim als Torhüter, spielte aber zwischenzeitlich immer wieder mal im Feld. Das galt auch für seine nächste Station in Ruchheim. „Man hat mir öfter mal gesagt, dass man mich am besten in den Sturm stellt, denn da könne ich nicht viel kaputt machen“, sagt Bohn und lacht herzlich. Flachs gehört im Fußball dazu, und der gelernte Koch kann diese Kommentare richtig einordnen. Und so ganz umsonst waren seine Einsätze im Angriff nicht, denn er wusste, wie ein Stürmer vor des Gegners Tor reagiert. „Man bekommt so eine Vorahnung, wie ein Stürmer denkt, was er vorhat. Das hat mir später sehr geholfen“, so der Torwart. Bohn, der lange in Oggersheim gewohnt hat und dort zur Schule ging, schloss sich nach der Jugendzeit dem ASV Fußgönheim an. „Dort war Harald Prinz mein Trainer. Er hat mich geprägt und weitergebracht“, erinnert sich der Torhüter. Zwei Jahre blieb er dort, dann begann eine etwas unstete Zeit, und Bohn wurde zum Wandervogel. Es ging zurück zum TuS Oggersheim, dann zum ASV Birkenheide und zeitgleich spielte viele Jahre lang Tennis. Schließlich trainierte er in Limburgerhof, das damals eine starke Frauenmannschaft hatte, die Torhüterinnen. „Da sind die Männer der SG Limburgerhof auf mich aufmerksam geworden. Ich sollte als Torwart zu ihnen kommen, hatte aber Knieprobleme und über ein Jahr gebraucht, bis die auskuriert waren“, berichtet Bohn. 2004 zog er nach Ellerstadt und schloss sich dem TVE an. Dort war er Mitglied der Mannschaft, die in einem denkwürdigen Aufstiegsspiel gegen Türkgücü Neustadt 2006 den Sprung in die B-Klasse schaffte. Weiter ging es zur SG Gönnheim/Bad Dürkheim, wo Bohn wieder auf Trainer Prinz traf, und zum TuS Wachenheim, den der derzeitige Leistadter Coach Michael Möckel trainierte. „Das war eine super Zeit mit toller Kameradschaft“, schwärmt der Torhüter noch heute. Als er in Altleiningen wohnte und arbeitete, war er beim ortansässigen TuS die Nummer 2 in der Landesliga. „Ich habe oft den Verein gewechselt, aber nie des Geldes wegen. Ich habe immer etwas Neues gesucht, war erfolgsorientiert und wollte Spaß haben“, verdeutlicht Bohn. Als er den heutigen Friedelsheimer Trainer Tobias Bartnik, den er aus seiner Zeit in Oggersheim kannte, zufällig auf einem Straßenfest traf, kamen die beiden ins Gespräch. „Damals war ich verletzt und wollte aufhören, der TuS suchte einen Torwart. Tobias hat mich überredet, und ich habe es nie bereut. Ich war rasch integriert, fühle mich pudelwohl, weil der Zusammenhalt groß ist – wie bei einer Familie“, hat Bohn endlich sein sportliches Zuhause gefunden. Der FCK-Fan, der die Arbeit von Lauterns Torwarttrainer Gerry Ehrmann preist, und in einer Mannheimer Baufirma als Bürokaufmann beschäftigt ist, spielt beim TC Friedelsheim auch wieder Tennis. Mit der Familie oder Freunden geht er gerne im Allgäu wandern. Und dann ist da ja noch der Fußball in Friedelsheim. Beim TuS weiß man, wenn Christian Bohn gebraucht wird, ist er da.

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