Bad Dürkheim Einbahnstraße

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Alles bleibt anders. Zumindest in Ungstein. Mit ihrem Antrag, die Gundheimer Gasse wegen Überlastung zur Einbahnstraße zu machen, hat die CDU für kontroverse Diskussionen gesorgt. Provoziert hat sie ein äußerst knappes 17:15-Ergebnis gegen den eigenen Bürgermeister mit den Stimmen von Freien Wählern und – Norbert Bender von der Partei Die Linke.

Wolfgang Lutz

kämpfte wie ein Löwe in seiner vorletzten Stadtratssitzung als Bürgermeister. Er verteidigte das momentan praktizierte Verkehrsmodell in Ungstein bis zum letzten Satz. „Wir waren auf einem guten Weg“, versuchte er die Stimmung zu beeinflussen, die sich dieses Mal aber nicht drehen ließ. Vierteljährlich verschlechtere sich durch den Verkehr die Situation in der Mitte des Ortsteils Ungstein, hinsichtlich der Bausubstanz, so Lutz. In der Wormser Straße solle nicht mehr so viel quer gefahren werden. Zitiert wurden wieder die Umfrage-Ergebnisse, wonach eine Verkehrsentlastung im Ortskern von 60 Prozent der Ungsteiner als notwendig erachtet werde. Unterstützung bekam Lutz vom Kaiserslauterer Verkehrsingenieur Ralf Huber-Erler. Die Gundheimer Gasse sei quasi als kleine Umgehung für den Ortskern gebaut worden. Dies funktioniere ja auch sehr gut. Zu gut, wie Ortsvorsteher Walter Wolf (CDU) und dessen Sohn Markus dem Rat darlegten: 4000 Fahrzeuge seien zu viel für einen Tag und das Urteil des Verwaltungsgerichts sehe ohnehin eine Einschränkung auf rund 2500 Fahrzeuge vor. Deshalb müssten 1500 Fahrzeuge wieder aus der Gundheimer Gasse herausgeschafft werden. Die Kirchstraße ertrinke im oberen Teil im Verkehr, so Wolf, der appellierte: „Wir brauchen dringend den Spielbergweg.“ Sein Sohn Markus Wolf sagte: „Die einzige wirkliche Entlastung kann sowieso nur die B271 neu sein.“ Steffen Wietschorke, städtischer Tiefbau-Experte, stellte aus Sicht der Verwaltung dar, warum der Spielbergweg derzeit angesichts des baulichen Zustandes und der Parksituation eine „bescheidene“ Alternative darstelle. Der Bebauungsplan der die Planungen einer Spange im Nordwesten einbezieht, befindet sich noch in der früheren Planungsphase. Noch ist der nicht mal den Betroffenen bekannt. Die ursprüngliche Hoffnung war, dass ein vollständiger Ausbau des Spielbergweges die volle Entfaltung des Viersäulenmodells ermögliche. Auf diesen Weg hatte man sich geeinigt. Nun wurde er der CDU offenbar zu langwierig. Auch wegen der zu erwartenden Klagen gegen den Ausbau. Die Fraktion drängte in der Sitzung am Dienstag auf die Umsetzung der Wünsche der nörgelnden Ungsteiner. Weinstraße und Spielbergweg sollten bis auf Weiteres nur nach Süden führen und Kirchstraße sowie Gundheimer Gasse lediglich nach Norden. Im Wesentlichen war das der Plan der Bürgerinitiative von Ungstein 21. Jochen Schmitt und seine FWG-Kollegen sprangen der CDU bei. Der Ungsteiner Ortsbeirat habe ebenfalls so entschieden, so Schmitt. Ralf Lang, Fraktionsvorsitzender der SPD ist zwiegespalten. Er persönlich sehe die Sache schon lange so wie die CDU, seine Fraktion sehe es mehrheitlich anders: „Es wäre nicht gut, wenn wir jetzt wieder umsatteln“, so der Tenor dort. Der Antrag der CDU sei abzulehnen. Die Grünen sagten in Person von Thomas Giel, dass es nicht sinnvoll sei, auf halbem Weg umzudrehen. Der Ausbau des Spielbergwegs sei jetzt zunächst wichtig. „Wir können nicht zustimmen“, so Giel. Petra Dick-Walter sagte, dass der Stadtrat nach außen auch vertrauenswürdig sein müsse. Man habe einen Weg eingeschlagen, den es nicht dauernd zu ändern gelte, so die FDP-Frau sinngemäß. Aus den Reihen der CDU erinnerte man daran, dass es heute nicht um den Bebauungsplan für den Spielbergweg gehe, sondern um die aktuelle Verkehrsführung, die zu einem späteren Zeitpunkt wieder geändert werden könne. Lutz bemühte sogar die Geschichte in Ungstein seit 1985, wo man zwischendurch immer wieder zurückgerudert sei. Mit einer Entscheidung für die Gundheimer Gasse als Einbahnstraße bewege man sich nicht nur zurück auf Null, sondern auf Minus fünf. Zu überzeugen wusste Lutz damit niemanden. Ausgerechnet Norbert Bender von der Linken sorgte mit seiner Stimme dafür, dass es nicht zu einem Stimmen-Patt kam. Die Einbahnstraße kommt demnächst. (als)

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