Bad Dürkheim Ein glanzvoller Konzertabend
Schon zum zweiten Mal kam der weltbekannte Pianist und Dirigent Justus Frantz auf Einladung des Kulturvereins Wachenheim in die Pfalz und lockte am Freitagabend zahlreiche Musikfans der Region in die Kulturscheune des Weinguts Dr. Bürklin-Wolf in Wachenheim.
Der 74-Jährige zählt zu den bekanntesten Vertretern klassischer Musik in Deutschland. Als Gründer des „Schleswig-Holstein-Musikfestivals“ und der „Philharmonie der Nationen“ genießt er einen hohen Bekanntheitsgrad. Als Pianist spielte er mit den Berliner Philharmonikern unter dem Dirigenten Herbert von Karajan. Es ist ihm ein besonderes Anliegen, Klassik auch außerhalb der großen Konzertsäle populär zu machen. Sein Programm mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Frédéric Chopin und Ludwig van Beethoven ist ganz darauf ausgerichtet, im besten Sinne unterhaltsam zu sein. Am Freitagabend begann er deshalb sein Konzert mit Wolfgang Amadeus Mozart. Der war ein exzellenter Pianist und schrieb neben seinen Klavierkonzerten zahlreiche Klaviersonaten, Variationen und kleinere Klavierstücke. Mit 21 Jahren komponierte er nach seinem Paris-Aufenthalt einen Dreierzyklus virtuoser Sonaten. Justus Frantz beschrieb in seiner Moderation die F-Dur Sonate KV 332 als „Aufbruchssonate“ wie eine Reise zu einem Horizont, hinter dem immer wieder der nächste erscheint. Als weitere „Pariser Sonate“ folgte die A-Dur Sonate KV 331. Das Werk ist besonders durch das Allegretto in Rondoform als „Türkischer Marsch“ bekannt geworden. An ihm haben sich schon Generationen von Klavierschülern abgearbeitet. So meisterhaft wie Justus Frantz es präsentierte, ist es wohl den wenigsten gelungen. Vor der Pause widmete sich der Meister noch drei Etüden von Frédéric Chopin. Der in Polen geborene Komponist hinterließ 27 Etüden für Klavier von zeitloser Schönheit. Um ihnen Glanz und Wärme zu geben, müssen fingertechnische Herausforderungen souverän bewältigt werden, auch die Tempoveränderungen verlangen einen großen Pianisten wie Justus Frantz. Den Abschluss des glanzvollen Konzertabends bildete Ludwig van Beethovens Klaviersonate Nr. 23 in f-Moll op. 57. Mit dem Beinamen Appassionata gehört sie zu den bekanntesten Klavierwerken des Komponisten und gilt als Inbegriff expressiver solistischer Virtuosität. Trotz angegriffener Gesundheit ließ es sich Justus Frantz nicht nehmen, dem Publikum dieses prachtvoll leidenschaftliche Musikstück zu präsentieren. Für seine Darbietungen erntete der Komponist langanhaltenden Applaus, für den er sich mit einem dreiteiligen Zugabenteil bedankte.