Kreis Bad Dürkheim
Digitalisierung der Schulen: Förderbescheid über 3,1 Millionen
Der Kreis erhält die höchstmögliche Fördersumme, die bei 3,5 Millionen Euro gedeckelt ist. Aus dem vom Land abgewickelten Digitalpakt des Bundes kommen 3,1 Millionen Euro, der Kreis hat einen Eigenanteil von 400.000 Euro – und investiert dazu weitere 2,2 Millionen Euro. Mit im Boot ist die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), die das Land bei Strukturförderung unterstützt. Deren Vorstandsmitglied Ulrich Link überreichte den Bescheid mit Hubig an Ihlenfeld und teilte mit: „Es freut uns, dass wir einen Beitrag zur Verbesserung des medienpädagogischen Angebots an den Schulen leisten können.“
Bei der Umsetzung des Digitalpakts wurde aber nicht gewartet, bis der Förderbescheid eingetroffen ist. Bereits seit dem Jahr 2020 laufen die Arbeiten, die spätestens 2024 abgeschlossen sein sollen. Dafür hat der Kreis eine Arbeitsgruppe gegründet, in der alle Schularten, IT-Experten und die Kreisverwaltung zusammen an Konzepten gearbeitet haben. Das sollte bei Geräten und Software für Einheitlichkeit und dadurch einen einfacheren Support sorgen. „Das war ein kluger Schachzug, es haben alle an einem Strang gezogen“, ist Ihlenfeld zufrieden.
Eigenes Medienkonzept
Unter anderem haben sich so die 14 Schulen mit knapp 8000 Schülern im Kreis auf eine gemeinsame Plattform geeinigt. Auf iServ fand in Zeiten der Pandemie auch der Onlineunterricht statt. Zudem hat jede Schule ein eigenes Medienkonzept entwickelt, das die Grundlage für die Förderung der Hardware an den Einrichtungen ist. Die Schulgebäude sollen vernetzt werden, drahtloser Netzwerkzugang in den Unterrichtsräumen möglich sein. Angeschafft werden Geräte wie interaktive Tafeln, Dokumentenkameras, 3D-Drucker, Brillen für Virtuelle Realität (VR), Laptops oder Tablets.
In den Sommerferien starten nun auch die Arbeiten für Verkabelung und flächendeckendes WLan. Wobei das nur an den Schulen nötig ist, an denen die Arbeiten nicht im Rahmen anderer Bauprojekte schon erledigt wurden. Los geht es laut Verwaltung an der Berufsbildenden Schule in Bad Dürkheim, den Integrierten Gesamtschulen Grünstadt sowie Deidesheim/Wachenheim am Standort Wachenheim und an der Siebenpfeiffer-Realschule in Haßloch. Von „einem Meilenstein in der Entwicklung der Schulen“ spricht Ihlenfeld.
Aus verschiedenen Bereichen des Digitalpakts wurden schon Mittel abgerufen. Aus einem Sofortprogramm hat der Kreis mehr als 900 Tablets für bedürftige Kinder angeschafft, um ihnen die Teilnahme am Online-Unterricht zu ermöglichen. Weitere 125 iPads kamen von der KSB Stiftung in Frankenthal, weitere 34 Tablets stehen als Grundbedarf von Leihgeräten zur Verfügung. Außerdem hat der Kreis drei zusätzliche Stellen in der IT geschaffen, um beim IT-Support der Schulen nicht mehr von externen Dienstleistern abhängig zu sein. Gearbeitet wird noch an der Ausstattung von Lehrkräften mit digitalen Endgeräten. Auf Landesebene werden derzeit hierfür Richtlinien ausgearbeitet.
„Startschuss für noch mehr Arbeit“
Hubig verwies auch darauf, dass von Seiten des Landes in Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte investiert werde. Denn alle Projekte rund um die Digitalisierung „müssen mit Pädagogik und Didaktik unterfüttert sein“. Zwar könne das digitale Lernen zu Hause den Präsenzunterricht nicht ersetzen, „es kann ihn aber bereichern“, ist Hubig überzeugt. Mit Schulträgern und den Schulgemeinschaften sollen hierfür weitere Ideen entwickelt werden. Zur Übergabe des Förderbescheids dankte sie für die geleistete Arbeit, nannte den Tag aber zugleich „einen Startschuss für noch mehr Arbeit“.
Ihlenfeld verwies auch auf den aktuell im Kreis laufenden Breitbandausbau, ein mit 50 Millionen Euro von Bund und Land gefördertes Megaprojekt. In dessen Rahmen ist der Glasfaseranschluss von Schulen in Arbeit. „Denn was nutzt die Infrastruktur in den Schulen, wenn das Internet nicht entsprechend funktioniert?“ stellte Ihlenfeld als rhetorische Frage in den Raum.