Nachgeschenkt RHEINPFALZ Plus Artikel Die Wochenkolumne: Science-Fiction in Bad Dürkheim

Raumschiff „Enterprise“ läst grüßen: Captian Jean-Luc Picard (Zweiter von rechts) mit Teilen der Brückenbesatzung.
Raumschiff »Enterprise« läst grüßen: Captian Jean-Luc Picard (Zweiter von rechts) mit Teilen der Brückenbesatzung.

Von Raumschiff „Enterprise“ über Zeitreisen bis Stadtfest und Staatssekretärin – es ist viel passiert in dieser Woche.

Science-Fiction I

Geist wird Materie

Poetische Worte fand Therme-Architekt Ernst Ulrich Tillmanns beim einstündigen Spatenstich-Video, als er an die Jahre der Planung erinnerte. „Jetzt gibt es keinen Weg zurück mehr. Jetzt wird Geist zu Materie.“ Also der Plan wird Wirklichkeit. Es mag an der jüngsten Serienauswahl der Autorin liegen, aber irgendwie hat man direkt Bilder im Kopf, wie Dinge aus dem Nichts entstehen. Sich mit einem leisen „Schrrrrrring“ materialisieren. Einfach so. Wie bei einem Replikator auf dem Raumschiff „Enterprise“. Darin wird Essen und Trinken „produziert“. Für den legendären Captain Picard oft „Tee, Earl Grey, heiß“. Wie schön es wäre, wenn das ginge. Im Großen. Man könnte sagen: „Therme, schön, salzig“. Und „Schrrrrring“, steht sie da und ist ins-Wasser-hüpf-bereit. Es gäbe keine Baukostensteigerung über die Jahre, keinen Lärm auf der Baustelle, der die Anwohner plagt. Tja, leider ist das nur Science-Fiction. Aber man wird ja mal noch träumen dürfen.

Science-Fiction II

Zeitreise wird lustig

Es gab übrigens noch mehr Science-Fiction beim Startfest: Da kam doch glatt der Bürgermeister mit Zeitreisen um die Ecke. Christoph Glogger (SPD) und Dürkheims Weinprinzessin Lea I. „hüpften“ im Video zurück zu der Zeit, als die schon längst abmontierte Rutsche im Salinarium noch stand. Wofür? Fürs Entenrennen, das beim Stadtfest für bejubelten Gummitierchen-Spaß auf der Isenach sorgt. Nur nicht in Zeiten von Corona.Nun also durften die Rennenten Rutschenten werden, die am Rutschenende ins Landebecken flutschten. Die ersten rauszufischen, war für Glogger gar nicht einfach, kamen sie doch in einem ganzen Schwall an. Aber der Stadtchef war vorbereitet, stand in Hemd und Badehose im Wasser, Lea I. hielt für den Notfall einen Schwimmring bereit – was Glogger nicht vom fröhlichen Fast-Bauchplatscher abhielt.

Während der folgenden Verlesung der Gewinnnummern mit nassem Bürgermeister kam noch etwas im Landebecken an. Offen blieb wer oder was, denn die Kamera blieb auf Glogger und Lea I. gerichtet. Sichtbar war nur eine große Welle und hörbar mehrere Lachanfälle aus dem Off. Lustig war’s wohl in der Vergangenheit. Wenig später war Glogger wieder in der Gegenwart beim Spatenstich. Flott geht das also mit den Zeitreisen. Ob sich das nicht auch für einen Sprung gen Ende der Pandemie nutzen ließe? Für uns alle?

Science Fiction III

Schritt wird groß

Apropos Zukunftsvisionen: Die Therme sei „der nächste große Grundstein. Es ist für uns wie eine neue Dimension. Es ist ein großer Schritt“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Kistenmacher. Erneut ließe sich da „Star Trek“ zitieren: Das Raumschiff fliegt durchs All, „um fremde Welten zu entdecken, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen“. Da könnte die „Enterprise“ doch auch einen Abstecher in die Therme-Dimension machen. Zur raumfahrtlichen Thematik passt auch Kistenmachers letzter Satz. Ein kleiner Spatenstich für die Politiker, aber ein großer Schritt für Bad Dürkheim. Mögen die Arbeiten gut laufen und niemand anrufen und sagen: „Bad Dürkheim, wir haben ein Problem.“

Wunschtraum

Start wird Stadt

Nach dem Stadtfest kam das Statt¦fest und das Startfest. Oder, wie es Bürgermeister Christoph Glogger zum Auftakt des einstündigen Videos erklärte: „Wir wollten noch mal was anderes machen, also statt ,Statt’ ... Ach, ihr wisst schon.“ Hoffen wir, dass auf Statt- und Start- 2022 endlich wieder Stadtfest folgt. Es geht auch nicht anders. Die Stadt-Statt-Start-Wortspiele sind alle. Wobei: Ein Strandfest ließe sich anfügen. Immerhin haben wir in der Therme bald Salzwasser, das in ozeanischen Wellen an den Beckenrand plätschert. Wobei beim Spatenstich zur Therme der leitende Architekt erklärte, man baue hier keine Bali-Sauna mit Palmen. Also doch kein Strandfest? Egal wie: Hoffentlich feiern wir im nächsten Jahr wieder alle zusammen. Dürkheim und seine Menschen hätten es verdient.

Wunschposition

Draht wird direkt

Es war eine überraschende Nachricht, die am Dienstagabend in die Dürkheimer Stadtratssitzung platzte: Petra Dick-Walther (FDP) wird Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium. Die umtriebige Liberale tritt damit in die Fußstapfen Günter Eymaels, der diesen Posten von 1994 bis 2006 innehatte. Unabhängig, wo man politisch stehen mag: Für Bad Dürkheim ist das eine gute Nachricht. Die Kurstadt hat mit Johannes Steiniger (CDU) einen „eigenen“ Bundestagsabgeordneten, mit Markus Wolf (CDU) zog ein Dürkheimer frisch in den Landtag ein. Wolf und Dick-Walther sind seit Jahren in Stadtrat und Kreistag engagiert und wissen, wo Bürger und Kommunen der Schuh drückt. Fragen, bei denen ein direkter Draht nach Mainz für die Stadt Gold wert sein kann, gibt es reichlich: Sei es der Bau der B 271 neu oder das Reizthema Windkraft im Pfälzerwald.

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